Alter Betreiber hat neue Pläne: Ehemaliges Flüchtlingsheim wird wieder zur Privatschule
Chemnitz - Die Pforten sind dicht, das umstrittene Flüchtlingsheim im alten Pionierlager Einsiedel ist Geschichte. Die Landesdirektion Sachsen (LDS) bestätigte jetzt: "Der Mietvertrag wurde am 31. August 2025 beendet."
Zuletzt waren dort im Schnitt 130 bis 160 Kriegsvertriebene untergebracht, vor allem afghanische Ortskräfte mit ihren Familien sowie ukrainische Flüchtlinge.
Die F+U Privatschule aus Heidelberg, Eigentümerin des Areals am Dittersdorfer Weg, plant eine neue Zukunft, wieder als Bildungsstätte.
"Derzeit prüfen wir unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten für die Immobilie", heißt es offiziell. "Zum jetzigen Zeitpunkt können wir jedoch noch keine abschließende Aussage treffen".
Doch Gerüchte kursieren: Künftig werden hier Ausländer Deutsch lernen und bis zur Fachschulreife begleitet werden.
Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.
- Lokale Nachrichten aus Chemnitz & Umgebung
- Exklusive Hintergrundberichte
- Jederzeit abbestellbar
Bereits viele Jahre eine Bildungsstätte
Ortsvorsteher Falk Ulbrich (58, CDU) sieht die Entwicklung gelassen: "Es geht nach zehn Jahren zurück zu den Anfängen. Wenn das funktioniert, ist es in Ordnung."
Denn tatsächlich war das Areal nach der Wende viele Jahre als Bildungsstätte genutzt worden, bevor es zur Erstaufnahmeeinrichtung wurde.
Ein Kapitel mit viel Konfliktpotenzial geht damit zu Ende. 2015 hatte die Landesdirektion erstmals die Umnutzung verkündet, 2016 zog die erste Welle Geflüchteter ein.
Heftige Proteste waren die Folge: Tausende gingen damals auf die Straße, sogar Brandsätze flogen auf das Gelände - sie erloschen glücklicherweise von selbst. Bereits im Oktober desselben Jahres schloss die Einrichtung wieder. 2023 wurde die Einrichtung dann erneut als Asylheim reaktiviert.
Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt, Ralph Kunz

