Autofahrer aufgepasst: Diese Chemnitzer Blitzer sind wahre Goldgruben

Chemnitz - Neue Besen kehren gut: Der taufrische Tempoblitzer in der Kalkstraße in Chemnitz war 2021 nur ein gutes halbes Jahr in Betrieb, stellte bei den Einnahmen aber alle anderen Überwachungsgeräte in den Schatten.

Ertragreich: Die Stadt möchte den Mietvertrag für den Blitz-Trailer verlängern und ein zweites Gerät anschaffen.
Ertragreich: Die Stadt möchte den Mietvertrag für den Blitz-Trailer verlängern und ein zweites Gerät anschaffen.  © Sven Gleisberg

12.774 Mal löste das Gerät aus und spülte 284.000 Euro in die Stadtkasse. Alle weiteren stationären Tempoblitzer in Stollberger (2x), Frankenberger, Neefe-, Leipziger, Dresdner, Zwickauer Straße und Südring lösten im Vorjahr 18.300 Mal aus und erzielten Einnahmen von gut 400.000 Euro. 2020 waren es 40.000 Euro mehr.

Weitere Einnahmen aus mobilen Überwachungen betrugen gut 2,2 Millionen Euro - circa 400.000 Euro weniger als 2020.

Aber die Stadt hat noch ein Ass im Ärmel: Der mobile Blitz-Trailer, gerne auch "Runkel-Rübe" genannt, spielte rund 883.000 Euro ein.

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Bei "nur" 101.000 Euro Kosten für Miete und Vandalismus ist der Anhänger für die Stadt ein wahrer Goldesel. Die Verwaltung will den auslaufenden Mietvertrag ab April 2022 verlängern - und einen zweiten Trailer anschaffen.

Hier stehen die festen Tempo-Blitzer in Chemnitz - und so viele Einnahmen brachten sie 2021 ein.
Hier stehen die festen Tempo-Blitzer in Chemnitz - und so viele Einnahmen brachten sie 2021 ein.  © Stepmap/Grafik TAG24

Im Stadtrat gibt es aber auch Gegenstimmen zu den Tempoblitzern

Der einstige Superblitzer steht seit 2015 an der Zwickauer Straße/Ecke Goethe-/Barbarossastraße.
Der einstige Superblitzer steht seit 2015 an der Zwickauer Straße/Ecke Goethe-/Barbarossastraße.  © Heinz Patzig

Was sich außerdem ändert: Die Stadt wird einen neuen Tempo- und Rotlichtblitzer an der Zschopauer/Georgistraße aufstellen.

Das seit Mitte 2019 abgeschaltete Radargerät auf dem Südring Richtung Euba wird eventuell woanders aufgestellt. Nicht jeder freut sich. FDP-Stadtrat Frank Müller-Rosentritt (39) sieht Blitzer mit gemischten Gefühlen: "An Gefahrenpunkten wie Schulen sind sie von hoher Relevanz. Alles andere ist sinnlose Abzocke!"

Den Geschwindigkeitsrekord an stationären Blitzern stellte ein Autofahrer in der Zwickauer Straße auf (91 km/h bei erlaubten 50). Bei mobilen Messungen rauschten zwei Autofahrer mit 119 Sachen durch die Dresdner und Neefestraße. Auch die "Runkel-Rübe" erwischte einen Raser mit Tempo 119 - in der Neefestraße.

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Geld nahm die Stadt auch mit ihren sechs Rotlicht-Blitzern an der Claus-, Reichs-, Müller-, Paul-Jäkel-, Wartburgstraße und Südring ein. Wie viel, konnte die Stadt nicht beantworten. Jedenfalls blitzte es dort 2090 Mal.

Titelfoto: Sven Gleisberg/Stepmap/Grafik TAG24

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