Chemnitz - Feueralarm am Wochenende, große Aufregung um die alten Wanderer-Werke in Chemnitz-Schönau. Inzwischen steht fest: Gebrannt hat es nicht auf dem Areal der berühmten Industrieruine selbst, sondern direkt daneben - an einer Produktionshalle der alten Baumwollspinnerei Kröhne.
Die Wanderer-Werke seien "davon nicht betroffen" gewesen, heißt es aus dem Rathaus. Doch die Debatte um das geschichtsträchtige Gebäude und seine Sicherheit flammt trotzdem wieder auf. Die Chemnitzer FDP spricht von einem "alarmierenden Zeichen", dass die Sicherung des denkmalgeschützten Areals "weiterhin unzureichend" sei.
Kreis-Chefin Yvonne Kilian (46): "Es darf nicht hingenommen werden, dass ein solch bedeutendes Industrieensemble durch Vernachlässigung und wiederholte Brände weiter Schaden nimmt." Die Stadt solle beim Eigentümer mehr Nachdruck zeigen.
Das Rathaus antwortet mit Allgemeinplätzen: Man sei "mit dem Eigentümer des Wanderer-Werke-Areals regelmäßig in Kontakt, um gemeinsam Sicherungsmaßnahmen abzustimmen".
Mehr Konkretes zu möglichen Auflagen nennt die Stadt auf Anfrage nicht. Auch bei der Frage nach Konsequenzen bleibt die Verwaltung auffallend gelassen. "Derzeit sind die Objekte der Wanderer-Werke gesichert. Daher sieht die Stadt Chemnitz aktuell keinen Handlungsbedarf."
Offen bleibt auch, was aus dem Areal langfristig überhaupt werden soll:. "Zur zukünftigen Nutzung des Areals gibt es zahlreiche Ideen, aber abschließend noch kein Nutzungskonzept", heißt es aus dem Rathaus.