Chemnitz hat ein Taubenproblem: Zahl der Notfall-Einsätze verdoppelt!

Chemnitz - Chemnitz hat ein Taubenproblem! Laut Tierrettung hatten sich im vergangenen Jahr die Notfall-Einsätze für die gefiederten Zweibeiner beinahe verdoppelt. Tierfreunde und Politiker fordern die Wiederaufnahme eines Stadttauben-Managements.

Laut Sandra Kögel (50) hat sich die Anzahl an Tauben-Notfalleinsätzen verdoppelt.  © Sven Gleisberg

Diese Zahl spricht für sich: 171 Tauben-Notfalleinsätze hat die Chemnitzer Tierrettung 2025 verzeichnet - eine Verdopplung im Vergleich zu den Vorjahren. "Das Hauptproblem ist, dass es hier kein tierschutzgerechtes Tauben-Management gibt, was zu unkontrollierter Vermehrung führt", erzählt Sandra Kögel (50) von der Tierrettung.

Früher gab es innerhalb der Stadt noch Taubenhäuser, zum Beispiel in der Fürstenstraße. Das wurde 2024 jedoch abmontiert - unter anderem, weil sich Anwohner "über Nistverhalten und Kot auf den Balkonen beschwerten", so das Rathaus. Darüber hinaus habe sich die Betreuung wirtschaftlich nicht mehr gelohnt.

Aktuell gelten laut Sandra Kögel vor allem der Rathausplatz und der Hauptbahnhof als Problem-Hotspots. Herumliegender Müll lockt die Tiere an, viele von ihnen sind abgemagert und krank.

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Der Hauptbahnhof gilt als Tauben-Hotspot.  © Sven Gleisberg
Das Taubenhaus in der Fürstenstraße wurde 2024 abgebaut.  © Uwe Meinhold
Die Stadt schätzt, dass es in Chemnitz aktuell 500 bis 1000 Brutpaare gibt.  © Sven Gleisberg
Die Linke um Susanne Schaper (48) setzt sich für die Einführung eines Tauben-Managements ein.  © Sven Gleisberg
Weil es wieder mehr Tauben gibt, sind einige Vögel abgemagert.  © Tierrettung Chemnitz

Stadttauben-Management wird in Chemnitz angestrebt

Laut Tierschützern führt das Fehlen des Taubenmanagements dazu, dass sich die Tiere unkontrolliert ausbreiten.  © Tierrettung Chemnitz

Die beiden internen Pflegestellen der Tierrettung seien nur "ein Tropfen auf dem heißen Stein". Deshalb streben sowohl die Tierfreunde als auch die Linken-Stadtratsfraktion ein Stadttauben-Management an.

In einem Antrag, der in der Ratssitzung am 18. März eingebracht werden soll, fordert die Partei eine Prüfung von Maßnahmen nach dem "Augsburger Modell".

Hierbei handelt es sich um eine Regulierung und Reduzierung der Population. Linken-Stadträtin Susanne Schaper (48): "Deswegen hoffen wir auf breite Zustimmung".

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Auch vom Rathaus kommen positive Signale: "Grundsätzlich begrüßt das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt der Stadt Chemnitz jedwedes rechtskonformes Tierschutz-Engagement."

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