Chemnitz - Es war ein Zeichen der Anteilnahme und Solidarität. Laut Stadt kamen am Mittwoch rund 100 Teilnehmer auf dem Neumarkt zusammen, um an die Afghanin (†38) zu erinnern, die am Wochenende im Chemnitzer Heckert-Gebiet getötet worden war.
"Der Sinn und Zweck ist zu trauern und der Frau zu gedenken", so die Gleichstellungsbeauftragte Franziska Herold (41). Ebenso soll die Chance genutzt werden, "dass häusliche Gewalt auch in Chemnitz ein Thema ist" – die Frau wurde mutmaßlich von einem nahen Angehörigen umgebracht.
Bei der Veranstaltung legten Teilnehmer Blumen nieder und zündeten Kerzen an.
Neben der Aktion ist auch ein Fotoprojekt über Opfer häuslicher Gewalt geplant. Unter dem Motto "Ich sehe was, was du nicht siehst" sind ab sofort Teilnehmer aufgerufen, sich für die Wanderausstellung fotografieren zu lassen. "Gesucht werden Menschen zwischen 7 und 95 Jahren – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion, sexueller Identität oder Lebensrealität", so die Stadt.
Interessierte können sich bis zum 31. Juli bei Franziska Herold unter gleichstellungsstelle@stadt-chemnitz.de oder 0371/4881070 melden.
Im Schatten der Gedenkaktion kommt es am Freitag am Landgericht zum Urteil über den Femizid an einer ebenfalls getöteten Afghanin (†38), die mutmaßlich von ihrem Mann (39) umgebracht wurde.