Chemnitz - Die Chemnitzer Musikschule soll bis 2032 moderner werden. Gleichzeitig müssen Eltern ab August wohl mehr zahlen. Der Stadtrat entscheidet nächste Woche über ein ganzes Maßnahmenpaket aus dem Rathaus.
Vom alten Ziel, die Musikschule Richtung Konservatorium zu entwickeln, rückt die Stadt erst einmal ab. Kulturbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (67, parteilos) schreibt knapp: "Hiervon wird zunächst Abstand genommen."
Als Gründe nennt sie Corona-Folgen und das Herrenberg-Urteil, das bundesweit die Beschäftigung von Honorarkräften an Musikschulen auf den Prüfstand stellte. In Chemnitz habe das "wesentliche personelle Veränderungen" ausgelöst: Seit 1. Januar 2025 gibt es 26 Vollzeitstellen.
Inhaltlich soll die Musikschule stärker raus aus dem eigenen Haus: mehr Kooperationen mit Kitas und Schulen, ein Pilotprojekt mit je einer Kita und Grundschule mit „musischem Profil“. Dazu hat Ruscheinsky digitale Pläne: eine App „Smart Musikschule“, digitaler Theorieunterricht und Computer für Lehrkräfte.
Brisant wird es beim Geld. Elementare Musikerziehung und Grundausbildung steigen von 252 auf 265 Euro im Jahr, der normale 45-Minuten-Einzelunterricht von 858 auf 987 Euro, das sind satte 15 Prozent mehr.
Ein neuer Aktivtarif soll Schüler belohnen, die sich stärker ins Musikschulleben einbringen - etwa über Ensembles, Konzerte oder Wettbewerbe. Auch im Haus selbst gibt es Pläne. Der ungenutzte Kellerbereich soll für zusätzliche Räume vorbereitet werden, außerdem sind ab Spätsommer mehr Parkplätze geplant.