Chemnitzer Runde zerstört vier Vorurteile über Männer
Chemnitz - In Hutholz existiert die vermutlich einzige Männerrunde in Chemnitz außerhalb der Kirchen. Die je sechs bis acht Teilnehmer widerlegen gleich vier Vorurteile über Männer.
Treff am 1. und 3. Donnerstag im Monat im Service-Büro der WG Einheit in der Wolgograder Allee. Ulrich Hildebrandt (70) räumt mit der Kanne das erste Vorurteil vom Tisch: "Wir trinken keinen Alkohol, sondern Kaffee."
Das Hutholzer Männerrunden-Urgestein (seit 2009) zerbröselt ein zweites Vorurteil: "Im Schrank haben wir 20 Brett- und Kartenspiele. Aber wir kommen nicht dazu, weil wir so viel reden."
Geredet wird fast nie über Frauen - Vorurteil drei. "Männer haben auch mal Probleme, besprechen das aber untereinander", weiß Markwart Cochius (83) aus Bernsdorf.
Auf dem letzten Treffen hatte er das Wort, weil er gerade von einem Urlaub in Kenia zurückgekehrt war. "Nach 17 Reisen meine zweite Heimat."
Gruppe räumt mit Vorurteilen auf: "Von wegen, Männer sind maulfaul"
Bis ihm Andreas Gläs (68) aus Markersdorf ins Wort fiel und skurrile Dinge auspackte: einen Ventilator aus einem abgesägten Dildo oder eine Lampe aus einem Besenstiel.
"Mit meinen Basteleien bin ich seit 2017 bei der Maker Faire", sagt der Rentner. Er will auch im Kulturhauptstadtjahr mitmischen.
Günter Gasch (82) aus Morgenleite berichtet von Reisen in 52 Länder von A(ustralien) bis Z(ypern). Wenn Gespräche sich nicht um den Ukraine-Krieg drehen. Matthias Kolbe (62) aus Hutholz zerstört Vorurteil vier: "Von wegen, Männer sind maulfaul."
Ulrich Hildebrandt freut sich, dass die Männerrunde bei der WG Einheit ihre Heimat gefunden hat: "Neue Teilnehmer sind willkommen. Egal aus welchem Ortsteil."
Titelfoto: Ralph Kunz