City-Bahn-Chef fassungslos: GDL ruft heute zum Spontan-Streik auf!

Chemnitz - Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) legt ganz spontan den City-Bahn-Verkehr in Chemnitz lahm! Seit dem heutigen Samstagmorgen geht auf den Linien nichts mehr. City-Bahn-Chef Friedbert Straube (44) tobt vor Wut: "Die GDL verhält sich unglaublich verantwortungslos!"

Die Züge der City-Bahn stehen am heutigen Samstag still. Grund ist ein Spontan-Streik der GDL.
Die Züge der City-Bahn stehen am heutigen Samstag still. Grund ist ein Spontan-Streik der GDL.  © Maik Börner

Das Verkehrsunternehmen konnte sich nicht auf den Streit vorbereiten. Die Information kam 66 Minuten vor Beginn des Streiks bei der Geschäftsführung an.

Straube ist sauer: "Wir hatten keinerlei Gelegenheit, vorher Busnotverkehr zu organisieren und die Fahrgäste zu warnen. Die stehen sich jetzt an den Bahnsteigen die Beine in den Bauch."

Damit kommen Pendler, die am heutigen Samstag auf die City-Bahn angewiesen sind, nicht auf die Arbeit. "Wie verantwortungslos muss man sein, um eine Verkäuferin an ihrer Arbeit zu hindern, Krankenschwestern daran, ihren Dienst anzutreten", schimpft der City-Bahn-Chef.

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Immerhin: Bis zum Vormittag soll ein Busnotverkehr eingerichtet werden. Der Streik soll 19 Uhr enden. Aktuelle Infos zum Streik gibt's unter city-bahn.de.

Endlos-Zoff mit GDL? Gewerkschaft will 35-Stunden-Woche, City-Bahn lehnt ab

Findet den Spontan-Streik der GDL verantwortungslos: City-Bahn-Chef Friedbert Straube (44).
Findet den Spontan-Streik der GDL verantwortungslos: City-Bahn-Chef Friedbert Straube (44).  © VMS / CBC (Vorstadt Design)

Großer Streitpunkt ist die 35-Stunden-Woche. Die GDL fordert sie, City-Bahn-Chef Straube ist dagegen. Begründung: Als kommunales Unternehmen wird die City-Bahn fast komplett mit Steuergeld finanziert.

Wenn die Lokführer nun eine 35-Stunden-Woche bekommen würden, wurde das laut Straube rund zwei Millionen Euro kosten. "Ich habe noch keinen gefunden, der uns die zwei Millionen Euro zusätzlich dafür bezahlt – pro Jahr", sagt der City-Bahn-Chef.

Die GDL wiederum erhöht den Druck mit derartigen Spontan-Streiks. Dabei werden die Streiks nur kurz vorher angekündigt. Straube fürchtet, dass Fahrgäste deswegen auf andere Verkehrsmittel umsatteln.

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Der City-Bahn-Chef hat bereits die Löhne angehoben - rückwirkend ab März. Doch das reicht der GDL nicht, die Gewerkschaft pocht auf die 35-Stunden-Woche. Ein Endlos-Zoff droht!

Titelfoto: Maik Börner

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