Coronavirus in Chemnitz: Inzidenz in der Stadt erstmals wieder unter 1000

Chemnitz - Corona in Chemnitz: In der Stadt gab es seit Beginn der Krise 29.868 Corona-Fälle, 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt bei 900,2 (Stand: 8. Dezember, alle Daten vom RKI).

Weihnachtsmärkte abgesagt, neue Notfall-Verordnung: Die vierte Corona-Welle hat Sachsen fest im Griff.
Weihnachtsmärkte abgesagt, neue Notfall-Verordnung: Die vierte Corona-Welle hat Sachsen fest im Griff.  © Haertelpress

Sachsen verschärft ab 13. Dezember erneut die Corona-Regeln: Die neue Verordnung soll dann zunächst bis zum 9. Januar 2022 gelten.

Für Kneipen gibt es dann eine Hotspot-Regelung. Sie müssen dann ab einer Inzidenz von 1500 schließen.

Weiterhin gelten: flächendeckende 2G-Regelungen, Schließungen von Einrichtungen und Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte und Nicht-Genesene in Hotspot-Regionen. Schulen und Kitas bleiben geöffnet.

Chemnitz: Nach Corona-Demos in Westsachsen: Polizei greift durch - über 1000 Anzeigen!
Chemnitz Lokal Nach Corona-Demos in Westsachsen: Polizei greift durch - über 1000 Anzeigen!

Discotheken, Clubs, Bars und Kultureinrichtungen sollen zubleiben. Messen und Großveranstaltungen werden untersagt. Weihnachtsmärkte wurden abgesagt.

3G am Arbeitsplatz, 2G beim Shopping und beim Friseurbesuch.

Bei privaten Feiern von Geimpften und Genesenen soll es eine Begrenzung auf 50 Personen geben. Zu Silvester und Neujahr ist ein Feuerwerksverbot auf bestimmten Plätzen sowie ein Ansammlungsverbot vorgesehen.

Ausgangssperren wird es weiterhin geben, wo die Inzidenz über 1000 liegt. Ungeimpfte dürfen dann zwischen 22 und 6 Uhr ihre Wohnungen nur aus triftigem Grund verlassen.

Kontaktbeschränkungen: Ein Haushalt darf sich nur mit einer weiteren Person treffen. Geimpfte, Genesene und Kinder sowie Jugendliche bis 16 Jahre zählen nicht mit.

Wir halten Euch hier im Ticker zur aktuellen Lage in Chemnitz und Sachsen auf dem Laufenden.

Alle Infos zur Lage in ganz Deutschland im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Update, 8. Dezember, 12.35 Uhr: Trotz Corona erneut weniger Firmenpleiten in Sachsen

Die Zahl der Firmenpleiten ist in Sachsen trotz der anhaltenden Corona-Pandemie erneut zurückgegangen. Das geht aus Zahlen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor, die am Mittwoch vorgestellt wurden. Demnach lag die Insolvenzquote - also die Zahl der Pleiten pro 10.000 Unternehmen - im Freistaat in diesem Jahr bei 34, nachdem sie im Vorjahr mit 42 angegeben worden war. Insgesamt habe man 490 Fälle von Unternehmensinsolvenzen registriert, 15,5 Prozent weniger als im Jahr 2020.

Zwar habe der Mittelstand in diesem Jahr mit den Auswirkungen der Lockdowns im Jahr 2020, mit Engpässen in den Lieferketten und starken Preisanstiegen zu kämpfen, erklärte Thomas Schulz, Prokurist bei Creditreform Dresden. Durch die staatlichen Hilfsmaßnahmen hätten bisher Insolvenzen jedoch verhindert werden können.

Die Corona-Krise habe wie ein Katalysator auf die Märkte gewirkt und "in rasanter Geschwindigkeit" Geschäftsmodelle und Absatzwege verändert, erläuterte Schulz. In dieser Situation seien die Anpassungs- und Innovationsfähigkeit von Unternehmen entscheidend. Messbar sei, dass immer mehr Unternehmen, die älter als 10 Jahre seien, von Insolvenzen betroffen waren, während bei jüngeren Firmen die Insolvenzanzahl abgenommen habe.

Deutlich gestiegen ist dagegen die Zahl der Verbraucherinsolvenzen.

Bei 3680 Fällen habe der Zuwachs über 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr betragen. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war den Angaben nach ein neues Gesetz zur Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens, das überschuldeten Verbrauchern einen schnelleren und leichteren Weg aus der Überschuldung ermögliche.

Update, 8. Dezember, 12.35 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen steigt wieder an

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Corona-Hotspot Sachsen ist nach einer am Mittwoch vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Statistik wieder gestiegen. Demnach betrug die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner 1125,0, nachdem sie am Dienstag bei 1082,1 gelegen hatte. Der vergleichsweise starke Anstieg hinge mit einer Vielzahl von Nachmeldungen zusammen, erklärte eine Sprecherin des Sozialministeriums am Mittwoch.

Am Montag konnte nur ein Teil der neu gemeldeten Fälle an das RKI übermittelt werden. Diese seien überwiegend am Dienstag nachgemeldet worden, sagte die Sprecherin. "Die insgesamt (...) an das RKI übermittelte Fallzahl erhöhte sich dadurch erheblich und es resultierte ein starker Anstieg der Tagesinzidenz." Von Dienstag auf Mittwoch meldeten die Gesundheitsämter für Sachsen 12.580 Neuinfektionen.

Sachsen hat seit längerem die höchste Inzidenz in Deutschland.

Update, 8. Dezember, 12.04 Uhr: Impfen in den 3. Advent - auch ausführliche Impfberatungen für Unentschlossene möglich

Das Klinikum Chemnitz, die Stadt Chemnitz und die Initiative "Hausärzte für Chemnitz" veranstalten am Samstag, 11. Dezember, gemeinsam die Aktion "Impfen in den 3. Advent". Von 9 bis 12 Uhr kann man sich an diesem Tag in der Impfstelle des Klinikums, Standort Küchwald/Bürgerstraße 2, Haus 11, die Erst-, Zweit- oder Drittimpfung (Booster) geben lassen.

Von 9 bis 12 Uhr stehen vier Chemnitzer Hausärztinnen und Hausärzte für individuelle und ausführliche Beratungen rund um die Corona-Impfung bereit. Die Mediziner nehmen sich Zeit für Einzelgespräche, um individuelle Fragen beantworten zu können.

"Wer möchte, kann sich anschließend gleich bei uns am Klinikum impfen lassen, muss es aber nicht", sagt Dr. med. Thomas Grünewald, Leiter der Klinik für Infektions- und Tropenmedizin und der Sächsischen Impfkommission. Für die Beratungen und Impfungen sind keine Termine notwendig. Wichtig für alle Impfwilligen ist, die Krankenversichertenkarte (Chipkarte), den Personalausweis und den Impfausweis mitzubringen.

Bitte beachtet: Es sind maximal 40 Beratungen in der Zeit möglich. Auch die Impfdosen sind begrenzt: Voraussichtlich können von 9 bis 12 Uhr 200 bis 250 Personen geimpft werden. Bitte plant also Wartezeiten ein.

Update, 8. Dezember, 11.04 Uhr: Sachsen will Tilgung der Corona-Schulden zeitlich strecken

Sachsen will die Tilgung seiner Schulden aus der Corona-Krise zeitlich strecken. Das teilte Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) am Mittwoch nach einer Eckwerte-Klausur der Regierung zum neuen Doppelhaushalt 2023/2024 mit. Vorjohann nannte einen Zeitraum von zwölf Jahren. Nach den Worten von Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) gibt es aber noch sehr unterschiedliche Vorstellungen über die Tilgungsfristen. Das müsse im Parlament diskutiert werden.

Sachsen hatte 2020 erstmals seit 2006 wieder Schulden gemacht. Der Landtag ermächtigte die Regierung, zur Bewältigung der Pandemie-Folgen Kredite von bis zu sechs Milliarden Euro aufzunehmen. Nach den Vorgaben in der Verfassung müssen diese Kredite in nur acht Jahren zurückgezahlt werden. Nach zwei tilgungsfreien Jahren ist die erste Tranche 2023 fällig - rund 230 Millionen Euro. SPD, Grüne und Linke sind dafür, die Rückzahlungsfrist auf bis zu 30 Jahre zu erhöhen. Die AfD ist für eine Streckung auf maximal zwölf Jahre, die CDU-Fraktion hatte 15 Jahre ins Spiel gebracht.

Nach den Worten Vorjohanns wird vermutlich nicht der ganze Kreditrahmen ausgeschöpft. Derzeit zeichne sich eine Inanspruchnahme von 3,1 Milliarden Euro ab. Durch die vierte Pandemie-Welle werde aber noch etwas hinzukommen. Man sei aber "weit weg vom ursprünglichen Horrorszenario", sechs Milliarden Euro in sechs Jahren tilgen zu müssen.

Update, 8. Dezember, 8.36 Uhr: Versammlungen gegen Corona-Maßnahmen in Chemnitz und Taucha

In Chemnitz und Taucha ist am Dienstagabend erneut gegen die Corona-Maßnahmen protestiert worden. In beiden Fällen seien die Versammlungen jedoch schon vor Eintreffen der verständigten Beamten aufgelöst worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Mittwoch.

In Chemnitz hatten sich bereits am Montagabend mehrere Hundert Menschen für eine Kundgebung versammelt. Auch in vielen anderen sächsischen Städten war es zu Protesten gegen die Infektionsschutz-Maßnahmen gekommen. Durch die Corona-Notfallverordnung sind in Sachsen derzeit nur Kundgebungen mit bis zu zehn Teilnehmern gestattet.

Update, 8. Dezember, 8.08 Uhr: Landratsamt soll Katastrophenfall ausrufen

Der Schulbetrieb im Landkreis Zwickau ist in Gefahr. In einem gemeinsamen Brief an Landrat Dr. Christoph Scheurer (65, CDU) fordern die Personalräte von 13 Schulen sowie der Kreisschülerrat, dass das Landratsamt den Katastrophenfall ausruft.

Alle Einzelheiten dazu im TAG24-Artikel "Offener Brief: Landratsamt soll Katastrophenfall ausrufen".

In einem gemeinsamen Brief an Landrat Dr. Christoph Scheurer (65, CDU) fordern die Zwickauer Schulen schnelles Handeln in der Pandemiebekämpfung.
In einem gemeinsamen Brief an Landrat Dr. Christoph Scheurer (65, CDU) fordern die Zwickauer Schulen schnelles Handeln in der Pandemiebekämpfung.  © Igor Pastierovic

Update, 8. Dezember, 8 Uhr: Neue Regeln im Chemnitzer Rathaus: Zweiklassen-Gesellschaft für Ungeimpfte

Die Stadt Chemnitz erhöht den Druck auf ungeimpfte Mitarbeiter! Eine neue Variante der 3G-Regel belohnt seit Dienstag alle, die sich für eine Corona-Impfung entscheiden. Denn wer mindestens einen Piks bekommen hat, darf sich nun bequem am Arbeitsplatz testen. Gänzlich Ungeimpfte müssen täglich zu einem Testzentrum. Lest mehr dazu in unserem TAG24-Artikel Neue Regeln im Chemnitzer Rathaus: Zweiklassen-Gesellschaft für Ungeimpfte

Die Stadt hat die 3G-Regel für ihre Mitarbeiter verändert - jetzt gibt es zwei Kategorien bei den Ungeimpften.
Die Stadt hat die 3G-Regel für ihre Mitarbeiter verändert - jetzt gibt es zwei Kategorien bei den Ungeimpften.  © Uwe Meinhold

Update, 8. Dezember, 6.30 Uhr: Pandemie verschärft wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser

Die Bewältigung der Corona-Pandemie bringt sächsische Krankenhäuser und Kliniken in wirtschaftliche Not. Die Lage sei "dramatisch und prekär, das hat Konsequenzen für die Versorgung von Corona - aber auch anderer Patienten», sagte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen (KGS), Stephan Helm, der Deutschen Presse-Agentur.

Momenten seien allein 650 der insgesamt 1500 vorhandenen Intensivbetten mit Covid-19-Erkrankten belegt. "Das ist fast drei Mal so viel wie der Bundesdurchschnitt."

Mehr dazu in unserem Beitrag "Pandemie verschärft wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser.

In sächsischen Krankenhäusern dreht sich alles um Corona – dadurch spitzt sich die wirtschaftliche Lage immer weiter zu. (Symbolbild)
In sächsischen Krankenhäusern dreht sich alles um Corona – dadurch spitzt sich die wirtschaftliche Lage immer weiter zu. (Symbolbild)  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 8. Dezember, 6.18 Uhr: Aktuelle Zahlen aus Chemnitz

Das Robert-Koch-Institut meldet am Mittwoch für Chemnitz 145 neue Corona-Fälle.

Die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner beträgt 900,2 (Vortag: 1007,4).

Es wurden 20 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Corona erfasst. Insgesamt starben in Chemnitz 628 Personen an oder mit dem Virus.

Heute liegt die Inzidenz den ersten Tag seit Ende November wieder unter 1000. Laut Schutzverordnung fällt die Ausgangssperre für Ungeimpfte, sobald die Inzidenz drei Tage hintereinander unter 1000 liegt. Die Lockerung tritt dann am nächsten Tag in Kraft.

Update, 7. Dezember, 17.56 Uhr: Sachsen plant Hotspot-Regelung für Gastronomie: ab 1500er-Inzidenz zu

Sachsens Regierung plant eine moderate Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen. Sie gilt allerdings erst ab einer extrem hohen Sieben-Tage-Inzidenz. "Für die Gastronomie soll eine Hotspot-Regelung eingeführt werden: Ab einer Inzidenz über 1500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sollen die Gastronomie-Betriebe schließen müssen", teilte das Sozialministerium am Dienstag mit. Ansonsten sollen für diese Branche die bisherige 2G-Regel (Geimpfte und Genesene) und die Öffnungszeit von 6 bis 20 Uhr gelten.

Das Kabinett beschloss am Dienstag Eckpunkte der neuen Notfallverordnung. Sie soll am 13. Dezember in Kraft treten und bis einschließlich 9. Januar 2022 Gültigkeit haben. Der Entwurf der Verordnung geht nun in die Anhörung. Zudem steht er unter Vorbehalt der Beschlüsse auf Bundesebene zum neuen Infektionsschutzgesetz. An diesem Freitag soll die neue Verordnung endgültig vom Kabinett abgesegnet werden.

Die Schutzmaßnahmen der aktuellen Corona-Notfallverordnung gelten weiter. So bleiben Einrichtungen geschlossen und Angebote der Freizeitgestaltung, Kultur- und Sportveranstaltungen, Großevents und Messen untersagt. Clubs, Bars und Diskotheken dürfen weiter nicht öffnen. Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte sollen beibehalten werden, ebenso die Altersgrenze von 16 Jahren bei Ausnahmen von 2G, hieß es.

Bei privaten Feiern und Zusammenkünften von Geimpften und Genesenen soll es eine Teilnehmerbegrenzung auf 50 Personen geben. Silvester und Neujahr ist ein Feuerwerksverbot vorgesehen, Kommunen haben die entsprechenden Plätze dafür selbst auszuweisen. Außerdem sind Ansammlungen verboten, teilte das Ministerium mit. Diese Regelungen sollen bundesweit umgesetzt werden.

Titelfoto: Uwe Meinhold, 123rf/drmicrobe

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