Coronavirus in Chemnitz: Inzidenz in der Stadt erstmals wieder unter 1000

Chemnitz - Corona in Chemnitz: In der Stadt gab es seit Beginn der Krise 29.828 Corona-Fälle, 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt bei 900,2 (Stand: 8. Dezember, alle Daten vom RKI).

Weihnachtsmärkte abgesagt, neue Notfall-Verordnung: Die vierte Corona-Welle hat Sachsen fest im Griff.
Weihnachtsmärkte abgesagt, neue Notfall-Verordnung: Die vierte Corona-Welle hat Sachsen fest im Griff.  © Haertelpress

Seit dem 22. November gilt angesichts der zunehmend dramatischen Infektionslage in Sachsen nun die Sächsische Corona-Notfall-Verordnung. Die neue Verordnung, die vorerst bis zum 12. Dezember gilt, sieht verschärfende Maßnahmen insbesondere für Ungeimpfte vor, um die 4. Welle der Corona-Pandemie einzudämmen.

Dazu gehören flächendeckende 2G-Regelungen, Schließungen von Einrichtungen und Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte und Nicht-Genesene in Hotspot-Regionen.

Schulen und Kitas bleiben geöffnet.

Chemnitz: Kühlcontainer für Leichen steht wieder am Klinikum: Hier lagert Chemnitz die Corona-Toten
Chemnitz Lokal Kühlcontainer für Leichen steht wieder am Klinikum: Hier lagert Chemnitz die Corona-Toten

Discotheken, Clubs, Bars und Kultureinrichtungen sollen zubleiben. Messen und Großveranstaltungen werden untersagt. Weihnachtsmärkte wurden abgesagt.

3G am Arbeitsplatz, 2G beim Shopping und beim Friseurbesuch.

Ausgangssperren soll es dort geben, wo die Inzidenz über 1000 liegt. Ungeimpfte dürfen dann zwischen 22 und 6 Uhr ihre Wohnungen nur aus triftigem Grund verlassen.

Kontaktbeschränkungen: Ein Haushalt darf sich nur mit einer weiteren Person treffen. Geimpfte, Genesene und Kinder sowie Jugendliche bis 16 Jahre zählen nicht mit.

Wir halten Euch hier im Ticker zur aktuellen Lage in Chemnitz und Sachsen auf dem Laufenden.

Alle Infos zur Lage in ganz Deutschland im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Update, 8. Dezember, 8.08 Uhr: Landratsamt soll Katastrophenfall ausrufen

Der Schulbetrieb im Landkreis Zwickau ist in Gefahr. In einem gemeinsamen Brief an Landrat Dr. Christoph Scheurer (65, CDU) fordern die Personalräte von 13 Schulen sowie der Kreisschülerrat, dass das Landratsamt den Katastrophenfall ausruft.

Alle Einzelheiten dazu im TAG24-Artikel "Offener Brief: Landratsamt soll Katastrophenfall ausrufen".

In einem gemeinsamen Brief an Landrat Dr. Christoph Scheurer (65, CDU) fordern die Zwickauer Schulen schnelles Handeln in der Pandemiebekämpfung.
In einem gemeinsamen Brief an Landrat Dr. Christoph Scheurer (65, CDU) fordern die Zwickauer Schulen schnelles Handeln in der Pandemiebekämpfung.  © Igor Pastierovic

Update, 8. Dezember, 8 Uhr: Neue Regeln im Chemnitzer Rathaus: Zweiklassen-Gesellschaft für Ungeimpfte

Die Stadt Chemnitz erhöht den Druck auf ungeimpfte Mitarbeiter! Eine neue Variante der 3G-Regel belohnt seit Dienstag alle, die sich für eine Corona-Impfung entscheiden. Denn wer mindestens einen Piks bekommen hat, darf sich nun bequem am Arbeitsplatz testen. Gänzlich Ungeimpfte müssen täglich zu einem Testzentrum. Lest mehr dazu in unserem TAG24-Artikel Neue Regeln im Chemnitzer Rathaus: Zweiklassen-Gesellschaft für Ungeimpfte

Die Stadt hat die 3G-Regel für ihre Mitarbeiter verändert - jetzt gibt es zwei Kategorien bei den Ungeimpften.
Die Stadt hat die 3G-Regel für ihre Mitarbeiter verändert - jetzt gibt es zwei Kategorien bei den Ungeimpften.  © Uwe Meinhold

Update, 8. Dezember, 6.30 Uhr: Pandemie verschärft wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser

Die Bewältigung der Corona-Pandemie bringt sächsische Krankenhäuser und Kliniken in wirtschaftliche Not. Die Lage sei "dramatisch und prekär, das hat Konsequenzen für die Versorgung von Corona - aber auch anderer Patienten», sagte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen (KGS), Stephan Helm, der Deutschen Presse-Agentur.

Momenten seien allein 650 der insgesamt 1500 vorhandenen Intensivbetten mit Covid-19-Erkrankten belegt. "Das ist fast drei Mal so viel wie der Bundesdurchschnitt."

Mehr dazu in unserem Beitrag "Pandemie verschärft wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser.

In sächsischen Krankenhäusern dreht sich alles um Corona – dadurch spitzt sich die wirtschaftliche Lage immer weiter zu. (Symbolbild)
In sächsischen Krankenhäusern dreht sich alles um Corona – dadurch spitzt sich die wirtschaftliche Lage immer weiter zu. (Symbolbild)  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 8. Dezember, 6.18 Uhr: Aktuelle Zahlen aus Chemnitz

Das Robert-Koch-Institut meldet am Mittwoch für Chemnitz 145 neue Corona-Fälle.

Die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner beträgt 900,2 (Vortag: 1007,4).

Es wurden 20 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Corona erfasst. Insgesamt starben in Chemnitz 628 Personen an oder mit dem Virus.

Heute liegt die Inzidenz den ersten Tag seit Ende November wieder unter 1000. Laut Schutzverordnung fällt die Ausgangssperre für Ungeimpfte, sobald die Inzidenz drei Tage hintereinander unter 1000 liegt. Die Lockerung tritt dann am nächsten Tag in Kraft.

Update, 7. Dezember, 17.56 Uhr: Sachsen plant Hotspot-Regelung für Gastronomie: ab 1500er-Inzidenz zu

Sachsens Regierung plant eine moderate Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen. Sie gilt allerdings erst ab einer extrem hohen Sieben-Tage-Inzidenz. "Für die Gastronomie soll eine Hotspot-Regelung eingeführt werden: Ab einer Inzidenz über 1500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sollen die Gastronomie-Betriebe schließen müssen", teilte das Sozialministerium am Dienstag mit. Ansonsten sollen für diese Branche die bisherige 2G-Regel (Geimpfte und Genesene) und die Öffnungszeit von 6 bis 20 Uhr gelten.

Das Kabinett beschloss am Dienstag Eckpunkte der neuen Notfallverordnung. Sie soll am 13. Dezember in Kraft treten und bis einschließlich 9. Januar 2022 Gültigkeit haben. Der Entwurf der Verordnung geht nun in die Anhörung. Zudem steht er unter Vorbehalt der Beschlüsse auf Bundesebene zum neuen Infektionsschutzgesetz. An diesem Freitag soll die neue Verordnung endgültig vom Kabinett abgesegnet werden.

Die Schutzmaßnahmen der aktuellen Corona-Notfallverordnung gelten weiter. So bleiben Einrichtungen geschlossen und Angebote der Freizeitgestaltung, Kultur- und Sportveranstaltungen, Großevents und Messen untersagt. Clubs, Bars und Diskotheken dürfen weiter nicht öffnen. Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte sollen beibehalten werden, ebenso die Altersgrenze von 16 Jahren bei Ausnahmen von 2G, hieß es.

Bei privaten Feiern und Zusammenkünften von Geimpften und Genesenen soll es eine Teilnehmerbegrenzung auf 50 Personen geben. Silvester und Neujahr ist ein Feuerwerksverbot vorgesehen, Kommunen haben die entsprechenden Plätze dafür selbst auszuweisen. Außerdem sind Ansammlungen verboten, teilte das Ministerium mit. Diese Regelungen sollen bundesweit umgesetzt werden.

Update, 7. Dezember, 15.42 Uhr: DRK: Doppelt so viele Impfungen pro Woche in Sachsen

Mit dem Ausbau der Infrastruktur hat sich die Zahl der wöchentlichen Impfungen in Regie des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Sachsen mehr als verdoppelt. Sie erhöhte sich nach Angaben vom Dienstag im November von etwa 22.000 auf fast 51.000.

Dabei nahmen vor allem Auffrischungsimpfungen zu, die sich fast verdreifachten. "Aber auch die Erstimpfungen sind angestiegen, wenn auch moderat", sagte ein DRK-Sprecher. Seit der letzten Novemberwoche seien es deutlich mehr als zuvor - nach einem plötzlichen Sprung von knapp 5700 auf fast 11.000.

"Die Impfkampagne hat deutlich angezogen mit einem massiven Ausbau der Kapazitäten", sagte der DRK-Sprecher. Seit dem 3. Dezember steht auch das Online-Buchungsportal für die Termine in Impfpunkten und reaktivierten Impfzentren zur Verfügung. "Terminfrei sind nur Sonderimpfaktionen."

Sachsen ist weiterhin Schlusslicht der Immunisierung in Deutschland. Laut der Statistik des Robert Koch-Instituts (RKI) sind aktuell 58,5 Prozent der Menschen ab zwölf Jahren vollständig geimpft und 13,9 Prozent "geboostert" - bei steigender Tendenz. Die niedrige Impfquote gilt als eine der Hauptursachen für die hohen Inzidenzwerte.

Update, 7. Dezember, 15.12 Uhr: Moe's Pub in Chemnitz ist jetzt Testzentrum

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation müssen Bars, Clubs und Diskotheken geschlossen bleiben. In der Chemnitzer Innenstadt machte in dieser Woche trotzdem eine Bar wieder auf. Mehr dazu im Artikel Moe's Pub in der Inneren Klosterstraße ist ab sofort ein Corona-Testzentrum.

Betriebsleiter Felix Sandner (33) funktionierte Moe's Pub in der Inneren Klosterstraße kurzerhand in ein Testzentrum um.
Betriebsleiter Felix Sandner (33) funktionierte Moe's Pub in der Inneren Klosterstraße kurzerhand in ein Testzentrum um.  © Kristin Schmidt

Update, 7. Dezember, 14.35 Uhr: Erneuter Omikron-Verdacht in Sachsen

In Sachsen gibt es erneut einen Verdachtsfall der neuen, als besorgniserregend eingestuften Coronavirus-Variante Omikron.

Mehr Details im TAG24-Artikel: Erneuter Omikron-Verdacht in Sachsen: Frau (34) aus Plauen war in Südafrika

Ein PCR-Test bei einer Frau (34) aus Plauen ergab erste Hinweise auf die neue Virusvariante. (Symbolbild)
Ein PCR-Test bei einer Frau (34) aus Plauen ergab erste Hinweise auf die neue Virusvariante. (Symbolbild)  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbidl/dpa

Update, 7. Dezember, 14.17 Uhr: Sachsen verzichtet aufs Vorziehen der Weihnachtsferien

Sachsen verzichtet trotz hoher Corona-Zahlen auf vorgezogene Weihnachtsferien für Kinder und Jugendliche. Der Schul- und Kitabetrieb soll unter den bekannten Hygieneregeln bis zu den regulären Weihnachtsferien weiterlaufen, teilte das Kultusministerium am Dienstag mit. Darauf habe sich die Regierung am Dienstag in den Eckpunkten zur neuen Schul- und Kita-Coronaverordnung verständigt. Die Weihnachtsferien beginnen in Sachsen regulär am 23. Dezember und enden am 2. Januar 2022.

Lest mehr dazu in unserem Artikel Keine längeren Weihnachtsferien für Sachsens Schüler.

Update, 7. Dezember, 13.30 Uhr: AfD steht zu friedlichem Protest - Distanzierung von "Freien Sachsen"

Die AfD hat das Recht zu friedlichem Protest gegen staatliche Corona-Maßnahmen auch in Zeiten der Pandemie betont. "Das Recht, friedlich zu demonstrieren, ist eines der höchsten Rechtsgüter einer Demokratie", erklärte der sächsische Partei- und Fraktionschef Jörg Urban am Dienstag in Dresden. Die in der aktuellen Notfall-Verordnung Sachsens formulierte Beschränkung von Versammlungen auf zehn Personen bezeichnete er als "willkürliche Einschränkung des Demonstrationsrechts". Viele Bürger würden so in die Illegitimität getrieben.

"Das eingeschränkte Demonstrationsrecht ist auch mit medizinischen Gründen nicht zu erklären. Führende Aerosol-Forscher haben immer wieder betont, dass die Ansteckungsgefahr im Freien gegen Null tendiert", betonte Urban. Man solidarisiere sich mit friedlichen Demonstranten. Unter ihnen seien auch viele AfD-Anhänger.

Zugleich ging die AfD auf Distanz zu den rechtsextremen "Freien Sachsen", die nach Einschätzung von Polizei und Verfassungsschutz immer wieder für die Corona-Proteste in Sachsen mobilisieren. Die "Freien Sachsen" stünden wegen ihrer führenden Köpfe auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD, hieß es.

Titelfoto: Uwe Meinhold, 123rf/drmicrobe

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