Chemnitz - Wie sicher sind ältere Autofahrer noch im Straßenverkehr? Eine Frage, die immer wieder diskutiert wird - und auf die es in Chemnitz jetzt eine neue, freiwillige Antwort gibt: die sogenannte Rückmeldefahrt. Sie soll helfen einzuschätzen, wie sicher Menschen im Straßenverkehr noch unterwegs sind.
"Es geht darum, dass ältere Verkehrsteilnehmer die Chance bekommen, ihr Fahrverhalten beurteilen zu lassen - unabhängig von einem behördlichen Auftrag", erklärt Nicky Scholz (45), Fachabteilungsleiter Fahrerlaubniswesen bei der DEKRA.
Die Rückmeldefahrt ist freiwillig, wird an keine Behörde übermittelt und soll vor allem eines bieten: Orientierung. "Wir wollen nichts negativ reden, sondern beraten."
Die gesamte Rückmeldefahrt nimmt ungefähr eine Stunde in Anspruch, etwa 30 Minuten davon hinter dem Steuer im Straßenverkehr. Gefahren wird im eigenen Auto. Kosten: 177,55 Euro.
Scholz: "Es sind die gleichen Bestandteile wie bei einer Fahrerlaubnisprüfung." Dazu gehören neun Fahraufgaben (Geradeausfahren, Einfädeln ...) sowie fünf Beobachtungskategorien (Verkehrsbeobachtung, korrektes Blinken ...).
Anschließend gibt es eine Einschätzung samt Rückmeldeprotokoll.
75-Jähriger aus Altenburg berichtet nach seiner Fahrt
Einer der ersten Teilnehmer war Ulrich Lehmann (75) aus Altenburg. Seit 1975 besitzt er seinen Führerschein, fährt nach eigenen Angaben rund 20.000 Kilometer pro Jahr und hat keinen Punkt in Flensburg.
"Mir geht’s blendend", sagt er. Trotzdem habe er sich bewusst für die freiwillige Rückmeldefahrt entschieden. "Die Fahrtauglichkeit kann sich eigentlich von heute auf morgen ändern."
Seine Strecke führte von der DEKRA-Niederlassung nach Grüna. "Unspektakulär", sagt Lehmann danach. Prüfer Scholz hatte keine Bedenken.
Hinweise gab es lediglich zur vorausschauenden Geschwindigkeitsanpassung sowie zum Umsehen beim Verlassen eines Kreisverkehrs.
Lehmann nimmt's gelassen: "Als ich den Führerschein gemacht habe, war der Schulterblick verpönt ..."