Dramatischer Rückgang: Wieso verschwinden Fichten aus Chemnitzer Wäldern?

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Chemnitz - Im Chemnitzer Zeisigwald sind heute kaum noch Fichten zu sehen. Einst prägten die Nadelbäume weite Teile des heutigen Laubwaldes. Innerhalb weniger Jahre ist ihr Bestand jedoch dramatisch geschrumpft. Im Gespräch mit Forstbezirksleiter Ullrich Göthel (57) vom Revier Grüna wird deutlich, wie vielfältig und eng die Ursachen miteinander verknüpft sind.

Ullrich Göthel (57) vom Sachsenforst erklärt wie der Bestand so dramatisch schrumpfen konnte.
Ullrich Göthel (57) vom Sachsenforst erklärt wie der Bestand so dramatisch schrumpfen konnte.  © Ralph Kunz

Seit dem Jahr 2000 ist Förster Göthel für den Zeisigwald sowie den Rabensteiner Wald zuständig. Zwischen 2018 und 2022 musste der Forst erheblichen Belastungen standhalten. 2018 beschädigten mehrere starke Stürme die Wälder. Anschließend folgte in den Jahren 2019 bis 2022 eine lange Trockenperiode.

Die anhaltende Dürre schwächte die Nadelbäume erheblich und machte sie anfällig für Schädlinge. "Innerhalb von fünf Jahren hat der Zeisigwald sämtliche Fichten verloren. Da waren ganze Hektarflächen weg", sagt Göthel.

Von den geschwächten Bäumen profitierte vor allem der Buchdrucker, eine Borkenkäfer-Art. Die Insekten bohren sich unter die Rinde und zerstören dort die lebenswichtigen Leitungsbahnen der Bäume.

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Besonders problematisch ist, dass seine Bohrlöcher aus der Ferne kaum zu erkennen sind.

Die Fichtenbestände gehen in ganz Sachsen zunehmend zurück.
Die Fichtenbestände gehen in ganz Sachsen zunehmend zurück.  © Ralph Kunz
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Buchdrucker sitzen auf der Rinde einer Fichte.
Buchdrucker sitzen auf der Rinde einer Fichte.  © Copyright 2020, Andreas Arnold/dpa

Das Holz ist inzwischen besonders gefragt

Im Zeisigwald sind so gut wie keine Fichten mehr vorhanden.
Im Zeisigwald sind so gut wie keine Fichten mehr vorhanden.  © Ralph Kunz

Die Bekämpfungsmöglichkeiten sind zudem begrenzt: "Befallene Bäume müssen so schnell wie möglich gefällt, entrindet und aus dem Wald geschafft werden", erläutert Göthel. Eine andere Methode gebe es nicht.

Nur im Rabensteiner Wald ist noch ein größerer Fichtenbestand erhalten geblieben. Dort sind von einst rund 500 Hektar noch etwa 300 Hektar vorhanden. Auch in anderen Gebieten Sachsens, darunter Stollberg, Glauchau und Meerane, gehe die Fichte massiv zurück, so Göthel.

Dabei zählt die Fichte zu den wichtigsten Bauhölzern Deutschlands. Es wird unter anderem im Innenausbau sowie in der Verpackungsindustrie verwendet. Ein wesentlicher Vorteil der preiswerten Fichte liegt in ihrem schnellen und geraden Wachstum.

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Durch das knapper werdende Angebot ist das Holz inzwischen besonders gefragt. Für Verkäufer kann dies wirtschaftlich attraktiv sein – für Käufer hingegen ziemlich teuer.

Titelfoto: Ralph Kunz

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