Exil-Iranerin ruft zu Demo in Chemnitz auf: Freiheit für mein Land!
Chemnitz/Teheran - Tausende Menschen gehen derzeit im Iran auf die Straßen: Massenproteste gegen die autoritäre und streng islamische Regierung. Auch in Chemnitz wurde am Sonntag für einen freien Iran protestiert.
Teheran, die Hauptstadt des Landes, steht wortwörtlich in Flammen. Zahlreiche Autos und Barrikaden wurden angezündet, die Wut der Menschen gegen das Mullah-Regime entlädt sich auf den Straßen.
Auch in Chemnitz versammelten sich am Sonntagnachmittag etwa 100 Gegner des Islam-Regimes. Massumeh Banbertina, die vor 15 Jahren mit ihrer Familie aus dem Iran floh, organisierte den Protest.
"Der Iran befindet sich aktuell in einer akuten humanitären und politischen Krise. Durch die Abschaltung des Internets sind Millionen Menschen von der Außenwelt abgeschnitten, während auf den Straßen auf Demonstrierende geschossen wird – viele werden gezielt an Augen, Kopf und Hals verletzt. Die Krankenhäuser sind überfüllt und massiv unterbesetzt", sagt die Exil-Iranerin.
Die Demo fand am Chemnitzer Karl-Marx-Kopf statt. Laut der Chemnitzer Polizei nahmen etwa 95 Personen am Protest teil. Die Demo verlief ohne Zwischenfälle.
Exil-Iranerin aus Chemnitz hofft auf Regime-Sturz
Vor allem die wirtschaftliche Lage treibt die Menschen auf die Straße. Im Iran herrscht eine Mega-Inflation. Mittlerweile ist die Währung völlig zusammengebrochen.
Aber auch das gnadenlose Vorgehen der Regierung gegen Kritiker heizt die Wut an. Besonders dramatisch ist die Situation für Frauen, die systematisch unterdrückt werden - eine Sittenpolizei überwacht unter anderem, ob die Kleiderordnung den islamischen Gesetzen entspricht.
Das Regime geht immer wieder brutal gegen die Demonstranten vor. Zahlreiche Protestler wurden getötet, noch mehr verhaftet.
Die Exil-Iranerin Massumeh Banbertina aus Chemnitz hofft, dass das Mullah-Regime nun endlich gestürzt wird. Ihr ist es wichtig, dass auch die internationale Gemeinschaft Druck auf den Iran ausübt.
Die Chemnitzerin wünscht sich nur eins: Dass ihr Land wieder frei ist und keine kritischen Stimmen mehr unterdrückt werden.
Titelfoto: Bildmontage: Ralph Kunz (2)

