Extrem schmaler Mond: Seltenes Himmelsphänomen über Chemnitz zu beobachten

Chemnitz - Sternengucker kommen derzeit voll auf ihre Kosten. Nachdem Ende Februar eine Planetenkette am Himmel zu sehen war, konnte man am Freitagabend ein weiteres seltenes Himmelsphänomen beobachten.

Die schmale Mondsichel am Freitag am Chemnitzer Abendhimmel. Schräg darunter ist der Planet Venus zu erkennen.  © Victoria Winkel

Gegen 19 Uhr schien der Mond als ganz schmale Sichel am noch fast unbewölkten Abendhimmel über Chemnitz. Doch damit nicht genug. Auch unser Nachbarplanet, die Venus, ist direkt neben dem Mond zu sehen. Sie leuchtet am Westhimmel im Sternbild Fische.

Die Besonderheit an dieser Konstellation ist, dass vom Mond nur etwa zwei Prozent beleuchtet sind. Der Rest des Himmelskörpers ist als aschgraue Kugel, durch reflektierendes Erdlicht, zu sehen. Außerdem "liegt" die Mondsichel tief am Himmel, wie man es sonst nur aus der Äquatorgegend kennt. Der "Abendstern" Venus leuchtet daneben extrem hell.

Dass der Mond als so schmale Scheibe am Himmel steht, ist ein sehr rarer Anblick, der sich laut OrionPortal erst in knapp 19 Jahren wieder zeigt. Bereits am Donnerstagabend war das Phänomen erkennbar, da war die Sichel sogar noch schmaler. Gegen 19 Uhr wurden nur 0,7 Prozent der Fläche von der Sonne angestrahlt.

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Beobachtung auch am Samstag nochmal möglich

Doch wie ist das möglich? Im Frühjahr ist die scheinbare Jahresbahn (Ekliptik) der Sonne steil über dem westlichen Horizont. Die Mondbahn selbst weicht leicht von ihrer Ekliptik ab und steht fast senkrecht über der untergegangenen Sonne. Der Mond wird von unten beleuchtet und liegt dadurch "auf dem Rücken".

Im Herbst kann es ebenfalls zu so einem Phänomen kommen, dann aber am Morgenhimmel.

Auch am Samstagabend ist die Mond-Venus-Konstellation noch einmal zu sehen, falls der Himmel wolkenlos ist. Wer das nicht verpassen möchte, sollte kurz nach Sonnenuntergang den Westhimmel im Blick behalten. Der beste Beobachtungspunkt ist ein Ort mit flachem Horizont. Einen ähnlich schmalen Mond kann man am 18. April und am 17. Mai noch einmal beobachten, allerdings nicht mehr so schmal.

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