Chemnitz - Grünes Gas, große Hoffnung, offene Rechnung: Mit dem von der Bundesregierung angekündigten Umbau des umstrittenen Heizungsgesetzes geraten auch die neuen "H2-ready"-Heizkraftwerke wieder in den Fokus. Ob die verbindliche Grüngas-Quote ab 2029 kommt und wie hoch sie sein wird, ist völlig unklar.
Beim Bau der neuen Motorenheizkraftwerke in Chemnitz hatte eins energie das Projekt offensiv als Brücke in die klimafreundlichere Zukunft verkauft. Doch gibt es die versprochenen grünen Gase überhaupt in ausreichender Menge und zu Preisen, die am Ende nicht zur Kostenfalle werden?
Die Anlagen Nord und Altchemnitz könnten Erdgas, Biogas, synthetisches Gas und bis zu 20 Prozent Wasserstoff im Gasgemisch verbrennen, hieß es bei der Vorstellung der Technik.
Auf konkrete Nachfrage formuliert eine Sprecherin die Sache jetzt deutlich vorsichtiger: "Grundsätzlich wird die Grüngas-Startquote von einem Prozent also schon heute erfüllt und es ist grundsätzlich Potenzial für höhere Beimischungsquoten vorhanden."
Der Haken folgt direkt hinterher: "Allerdings würde dies in der Praxis dann voraussetzen, dass die entsprechenden Biogasanlagen künftig auch ans Gasnetz angeschlossen werden, was aktuell meist nicht der Fall ist."
Alte Rohre verschwinden, neue Gaskraftwerke laufen
Noch heikler wird es bei der Preisfrage. Erst wenn klare gesetzliche Vorgaben vorlägen, könne man beurteilen, "in welchem Umfang entsprechende Mengen am Markt beschafft werden können".
Ins Bild passt der Blick in den Küchwald. Dort wird eine rund 1,7 Kilometer lange Fernwärmetrasse aus den 1980er-Jahren abgerissen.
Alte Rohre verschwinden, neue Gaskraftwerke laufen - und die Frage, womit diese Anlagen in ein paar Jahren wirklich sauber und bezahlbar betrieben werden sollen, ist noch immer nicht wirklich beantwortet.