Große Sanierung: Chemnitzer Nischel wird aufgeschnitten!

Chemnitz - Dem Marx-Monument in Chemnitz steht ein heikler Eingriff bevor: Im Frühjahr ist sozusagen eine Operation am offenen Schädel geplant - als Vorbereitung für eine umfassende Sanierung.

Tropfen und Eiszapfen zeigen, wo am Sockel des Denkmals Wasser austritt.
Tropfen und Eiszapfen zeigen, wo am Sockel des Denkmals Wasser austritt.  © Kristin Schmidt

Das laut Stadt "bedeutendste Denkmal im öffentlichen Raum" in Chemnitz bereitet Denkmalschützern seit Jahren Sorge: Aus dem Monument sickert beständig Feuchtigkeit.

Welche Schäden die Nässe an der Metallkonstruktion im Inneren des Kopfes angerichtet hat, ist unklar. Seit der Errichtung des monumentalen Denkmals 1971 hat Marx niemand mehr in den Kopf geschaut.

Genau das hat die städtische Denkmalschutzbehörde jetzt vor: "Es ist geplant, mit den Voruntersuchungen im Frühjahr zu beginnen", so eine Stadtsprecherin.

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Um Untersuchungen des Stahlgerüsts im Innenraum und des Sockels vornehmen zu können und den Zustand der Bronzeskulptur zu beurteilen, soll der Kopf geöffnet werden.

"Der Zugang ins Innere soll über die Entnahme der Schlussplatte am Hinterkopf der Bronzeskulptur erfolgen", heißt es von der Stadt.

Wie das Gerüst im Inneren des Karl-Marx-Kopfes konstruiert ist, zeigt eine Zeichnung, die im Stadtarchiv verwahrt wird.
Wie das Gerüst im Inneren des Karl-Marx-Kopfes konstruiert ist, zeigt eine Zeichnung, die im Stadtarchiv verwahrt wird.  © Stadtarchiv Chemnitz
Das Karl-Marx-Monument soll dieses Jahr saniert werden.
Das Karl-Marx-Monument soll dieses Jahr saniert werden.  © Kristin Schmidt
Für einen Zugang zum Denkmal wird eine Bronzeplatte am Hinterkopf geöffnet.
Für einen Zugang zum Denkmal wird eine Bronzeplatte am Hinterkopf geöffnet.  © Kristin Schmidt

95 Bronzeplatten für Monument zusammengeschweißt

Schweißer des VEB Germania verschließen 1971 die letzte Öffnung des Bronzedenkmals.
Schweißer des VEB Germania verschließen 1971 die letzte Öffnung des Bronzedenkmals.  © dpa/Wolfgang Schmidt

Das vom sowjetischen Bildhauer Lew Kerbel (1917–2003) geschaffene Monument war in Einzelteilen von Leningrad nach Karl-Marx-Stadt gelangt.

Die 95 Bronzeplatten wurden von Mitarbeitern des VEB Germania an Ort und Stelle zusammengeschweißt.

Für die Arbeiten am Marx-Kopf hat die Stadt zunächst die Hälfte des Jahresbudgets für Kunst im öffentlichen Raum reserviert: rund 45.000 Euro.

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Wie weit das Geld reicht, ist ungewiss. "Eine Aussage zum genauen Kostenumfang kann erst nach Vorliegen der Ergebnisse der Voruntersuchungen getroffen werden", so eine Stadtsprecherin.

Die eigentliche Sanierung soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte erfolgen.

Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt (2)

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