Chemnitz - Zum Ferienstart bekommt das Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) Hausaufgaben von den Eltern: Theresa Baumann (41), Elternrätin in der Grundschule Borna, schob eine Protestbrief-Aktion an, mit der alle Chemnitzer Schulen Missstände an den Bildungseinrichtungen ihrer Kinder an die Behörde schicken sollen.
"Es ist besorgniserregend, wie sich die Unterrichtsqualität und die Bedingungen an den Schulen in den vergangenen Jahren verschlechtert haben", begründet die vierfache Mutter ihre Initiative. "Es fällt zu viel Unterricht aus, weil Lehrer fehlen. Als ich erfahren habe, dass Referendare, die ihre Ausbildung beenden, trotzdem nicht in den Schuldienst übernommen werden, wollte ich im Namen der Elternschaft etwas tun. Unseren Kindern werden Möglichkeiten in ihrer Zukunft verbaut."
Der Brief zur "Zukunftsfähigkeit der Schule" wurde an alle Chemnitzer Schulen verteilt und soll - ergänzt mit den konkreten Problemen jeder Einrichtung - von ihnen ans LaSuB geschickt werden.
Eltern der Grundschule Borna hatten bereits im Mai eine Petition an die Behörde gerichtet, um die Zweizügigkeit der Schule zu erhalten. Nach ihrem Protest gab es ein Treffen mit einer Vertreterin des Landesamtes, die den Eltern erklärte, warum es nur noch eine erste Klasse geben wird.
"In unserem Schulbezirk dürfen nach Vorgaben des Kultusministeriums im neuen Schuljahr insgesamt nicht mehr zehn, sondern nur noch neun Klassen gebildet werden", so Theresa Baumann.