Chemnitz - Einfach nur heldenhaft! In der Silvesternacht wurde ein Junge (13) in Chemnitz von einem Feuerwerk getroffen und schwer verletzt. Überall war Blut - eine Soldatin (21) reagierte geistesgegenwärtig, leistete Erste Hilfe und rettete dem 13-Jährigen vermutlich das Leben. Für diese Heldentat wurde die junge Frau nun gefeiert.
Das neue Jahr war erst wenige Minuten alt, da geschah das Drama: Gegen 0.30 Uhr wurde der Teenager von einem Feuerwerkskörper auf dem Edeka-Parkplatz an der Hans-Ziegler-Straße getroffen.
Die 21-jährige Soldatin Jamina war zufällig in der Nähe, hörte plötzlich die Schreie von zwei Jungen. "Ich kann mich noch die Wortfetzen: 'Er verblutet, er stirbt!' erinnern", sagt Jamina. Die junge Frau sah daraufhin den verletzten Teenager auf dem Boden liegen.
Aus einer Wunde unterhalb seines Schlüsselbeins blutete der 13-Jährige heftig. Sein Vater versuchte, die Verletzung abzudrücken. Schnell eilte Jamina herbei - ohne Handschuhe, ohne Hilfsmittel presste sie ihre Hände auf die großflächige Wunde! "Ich brauchte beide Hände, um den Blutverlust zu stoppen", erinnert sie sich.
Ihr Mut war allerdings mehr als eine spontane Eingebung: Als Mitglied des Sanitätsdienstes der Bundeswehr kennt sie sich mit Notfallsituationen bestens aus. Mehrfach führte sie bereits Reanimationen durch.
Kurze Zeit später rückten Rettungskräfte an - der schwer verletzte Teenager kam umgehend in eine Klinik.
Chemnitzer Polizei bedankt sich bei Soldatin
Durch regelmäßige Schulungen frischt Jamina ihr Wissen im Bereich Erste Hilfe immer wieder auf. Das wünscht sie sich auch für die Allgemeinheit.
"Ich erlebe es immer wieder, dass der letzte Ersthelferkurs Jahre her ist und viele mit der Situation überfordert sind", sagt die 21-Jährige.
Die Silvesternacht in Chemnitz hätte tödlich enden können - doch die junge Frau reagierte schnell und rettete dem Jungen vermutlich das Leben. Dafür bedankte sich die Chemnitzer Polizei bei der Soldatin. Sie bekam einen Gutschein und konnte sich gleichzeitig noch mal mit dem Polizisten austauschen, der ebenfalls vor Ort war.
Solche Gespräche helfen, das Erlebte zu verarbeiten, sagt die Chemnitzer Heldin.