Nach verheerendem Brand im Sommer 2023: Neue Pläne für Gießerei-Gelände

Chemnitz - Bei den Schönherr-Fabrikanten wird wieder in die Hände gespuckt: Der im Herbst begonnene Ausbau der Skatehalle nimmt Gestalt an. Die denkmalgeschützte ehemalige Verwaltung steht als Sanierungsprojekt in den Startlöchern. Und auch die abgebrannte Gießerei soll wieder Teil der Schönherr-Fabrik werden.

Nach dem Abriss der abgebrannten Gießerei verhandelt die Schönherr WEBA GmbH über einen Kauf des Areals.
Nach dem Abriss der abgebrannten Gießerei verhandelt die Schönherr WEBA GmbH über einen Kauf des Areals.  © Uwe Meinhold

Die künftige Skatehalle, die aus dem alten Gießerei-Lager entsteht, ist bereit für den Aufbau der Sportanlage: "Wir stecken 1,7 Millionen Euro in den Umbau", sagt Steve Tietze (48), Geschäftsführer der Schönherr WEBA GmbH.

Weitere 700.000 Euro stellt die Stadt für die Ausstattung des Parcours zur Verfügung, der zu den Top-3-Anlagen in Deutschland gehören wird.

"Ende Mai soll alles fertig sein. Das wird ein toller Magnet für Chemnitz", freut sich der Schönherr-Chef und sieht Potenzial für mehr: "Ein Funsportzentrum könnte sich in den umliegenden Hallen fortsetzen."

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Dafür und "aus emotionalen Gründen" haben die "Schönherren" Interesse am Kauf des 18.000 Quadratmeter großen Grundstücks der Gießerei Gienanth, die ihren Standort in Chemnitz nach dem Brand im Sommer 2023 aufgegeben hat.

"Es wäre schön, wenn das Areal wieder zu uns gehört. Ich hoffe, wir werden uns in den nächsten Wochen einig", so Tietze.

In der neuen Skatehalle liegt Holz für den Innenausbau bereit.
In der neuen Skatehalle liegt Holz für den Innenausbau bereit.  © Uwe Meinhold
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Geschäftsführer Steve Tietze (48) will das einst prachtvolle Treppenhaus des denkmalgeschützten Verwaltungsgebäudes wieder zu einem Schmuckstück machen.
Geschäftsführer Steve Tietze (48) will das einst prachtvolle Treppenhaus des denkmalgeschützten Verwaltungsgebäudes wieder zu einem Schmuckstück machen.  © Uwe Meinhold

Pläne für unsaniertes historisches Schönherr-Gebäude

Das nächste Sanierungsobjekt auf dem Schönherr-Gelände ist die ehemalige Verwaltung (vorn).
Das nächste Sanierungsobjekt auf dem Schönherr-Gelände ist die ehemalige Verwaltung (vorn).  © Uwe Meinhold

Auch für das letzte unsanierte historische Schönherr-Gebäude am Eingang des Areals gibt es Pläne: Die 1923 errichtete Verwaltung soll nach den Wünschen künftiger Mieter umgebaut werden.

"Das Gebäude wurde früher scherzhaft 'Weißes Haus' genannt, weil hier nicht nur der Betriebsdirektor saß, sondern auch die technischen Zeichner in ihren weißen Kitteln arbeiteten", erzählt Tietze.

Der angrenzende frühere Webstuhl-Schauraum, in dem sich die alte Skatehalle befindet, wird ebenso saniert. Geschätzte Gesamtkosten: 5 bis 6 Millionen Euro.

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Tietze: "Erste Interessenten gibt es schon. Wenn es konkret wird, fangen wir noch dieses Jahr an."

Aus dem Leben von Louis F. Schönherr

Gästeführerin Karin Meisel kennt die Geschichte und Geschichten der Schönherrfabrik.
Gästeführerin Karin Meisel kennt die Geschichte und Geschichten der Schönherrfabrik.  © Kristin Schmidt

Eine kurzweilige Zeitreise durch die Geschichte der Schönherrfabrik und ihre Umnutzung findet am Sonntag, 14 Uhr, statt.

Gästeführerin Karin Meisel erzählt in der zweistündigen Tour Geschichten aus dem Leben von Louis F. Schönherr, dem Begründer des sächsischen Webstuhlbaus, und gibt Einblicke in die Restaurierung des 500 Jahre alten Industrieareals.

Die Führung beginnt an der Schönherrschen Villa, Haus 5, und kostet 10 Euro pro Person.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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