Neonazi Liebich in tschechischem Horror-Knast: Darum will sie nicht ausgeliefert werden
Chemnitz/Pilsen - Seit fast einem Monat sitzt die Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich (55) in Pilsen hinter Gittern – genauer gesagt im absoluten Horror-Knast von Tschechien! Immer wieder jammerte die 55-Jährige über die Haftbedingungen. Paradox: Eine Abschiebung nach Deutschland will sie mit allen Mitteln verhindern.
Der Knast in Pilsen ist ein düsterer, dunkler Ort – bekannt aus der Netflix-Serie "Die härtesten Gefängnisse der Welt".
Liebich berichtete in Briefen, die auf ihrem "X"-Account veröffentlicht werden, von Mini-Zellen, knappen Duschzeiten und einer Nackt-Kontrolle. Weil sie eine Blutabnahme verweigerte, hatte die 55-Jährige sogar Angst, gefoltert zu werden.
Fakt ist: Tschechien will die Rechtsextremistin so schnell wie möglich nach Deutschland schicken – doch einen Auslieferungsantrag lehnte sie ab.
Nun steht am 18. Mai eine Abschiebeverhandlung in Tschechien an. Liebich kündigte an, Rechtsmittel einzulegen, "sollte man versuchen, mich nach Deutschland abzuschieben".
Verrückt! Obwohl die Haftbedingungen in Tschechien laut ihren eigenen Aussagen schrecklich sind, will sie bleiben. In Deutschland gäbe es für Frauen "ungeeignete Haftbedingungen", schrieb Liebich als Begründung.
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Blechklo und Überwachung: Liebich berichtet über Nacht in Polizeizelle
Anfang April wurde die 55-Jährige in Krásná (deutsch: Schönbach bei Asch), nur wenige Kilometer von Bayern entfernt, geschnappt. Monatelang war sie auf der Flucht, sollte eigentlich schon längst im Chemnitzer Frauen-Knast sitzen. Doch den Termin schwänzte sie, setzte sich stattdessen ins Ausland ab.
Auf "X" gab sie Details zu ihrer Festnahme bekannt. Demnach klickten die Handschellen, nachdem die Beamten ihren Standort ausfindig gemacht hatten.
Anschließend folgte eine Nacht in einer Polizeizelle. "Blechklo im Kamerabereich, permanente Überwachung und Licht", beschreibt 55-Jährige die Zelle. "Ich aß und trank nichts, nur um nicht auf dieses widerliche Klo zu müssen." Bei der Haftrichtervorführung lehnte sie die Auslieferung nach Deutschland ab und wurde anschließend nach Pilsen gebracht.
Liebich wurde im Juli 2023 – damals noch als Mann – wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu 1,5 Jahren Knast verurteilt. Anschließend folgte ein Geschlechtswechsel, seitdem trat Liebich in Frauenkleidern auf.
Titelfoto: Bildmontage: Peter Endig/dpa, dpa
