Chemnitz - Chemnitz sollte für Wohnmobil-Touristen attraktiver werden. Vor drei Jahren hatte der Stadtrat das Rathaus beauftragt, neue Stellplätze zu finden. Doch aus Sicht der CDU/FDP ist dabei eine halbgare Lösung mit reichlich Konfliktpotenzial herausgekommen.
"Das ist nicht gut gelaufen und entspricht auch nicht der Intention des früheren FDP-Antrags für mehr Wohnmobilplätze", sagt Michael Specht (39, CDU). Die Stadt hatte 2025 mehrere Parkflächen mit dem Zusatzschild "Wohnmobile" ausgewiesen, etwa an Hartmann-, Karl-Liebknecht- und Theunertstraße. Das Problem: Die Stadt selbst stellt klar, dass diese Flächen "lediglich zum Parken" dienen.
Weiter heißt es: "Übernachten ist grundsätzlich verboten, allerdings darf eine einmalige Zwischenübernachtung vor dem Hintergrund der Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit eingelegt werden."
Für Specht geht das am Bedarf vorbei. "Das sind eben gerade keine Wohnmobilplätze, wo man zwei oder drei Tage stehen kann, um das Kulturangebot der Stadt zu nutzen."
Rathaus hat Freifläche ins Auge gefasst
Genau das sei eigentlich der Zweck solcher Plätze. Kritisch sieht er auch, dass die Flächen normale Pkw-Stellplätze verdrängen. Die Stadt betont zwar, man habe die Standorte "mit Augenmaß" ausgewählt. Specht widerspricht: "Ganz klar falsch." Gerade an Orten mit hohem Parkdruck sei das ein echtes Problem.
Als besseres Beispiel nennt er den Platz am Jutta-Müller-Eissportkomplex. Dort stimme das Gesamtpaket mit Abstand zu Wohnhäusern, Grünanlage und guter ÖPNV-Anbindung. "Das sind solche Orte, die sollte man suchen und auch nutzen."
Das Rathaus hat inzwischen die Freifläche an der Augustusburger Straße/Hainstraße ins Auge gefasst. "Der ist zwischen einer Bahnlinie und einer großen Straße", winkt Specht ab. Zudem könnten Konflikte mit Anwohnern drohen.