Neues Musikprogramm für Chemnitz: So läutet das Rathaus-Glockenspiel den Frühling ein
Chemnitz - "Nun will der Lenz uns grüßen": Rico Bach (57) stellte am Mittwoch die Melodien des Figürlichen Glockenspiels im Chemnitzer Alten Rathaus um und läutete damit die Frühlingssaison ein.
Die Lieder wechseln je nach Jahreszeit. Es gibt sogar ein besonderes Programm für Weihnachten. Vorher drehen sich dreimal täglich Bronzefiguren zur Musik: Ein Benediktinermönch, ein Türmer, eine Spinnerin, ein Kaufmann, ein Gießer und eine Trümmerfrau erzählen dabei ein Stück Stadtgeschichte.
Hinter den Kulissen sorgt ein MIDI-Sequenzer für den Klang: Der kleine Computer regelt, welcher Ton wie lange und wie stark angeschlagen wird. Eine Zeitschaltuhr regelt den Start der Musik.
"Ich wähle die Programme aus und passe gegebenenfalls die Zeiten an", erklärt Bach. Insgesamt sind 60 Liedfolgen in Gruppen hinterlegt. "Theoretisch könnte ich ein Keyboard anschließen und das Glockenspiel live spielen. Allerdings höre ich dann nicht, was ich spiele", lacht er.
Für ihn ist das Glockenspiel ein unglaubliches Stück Chemnitzer Kulturgeschichte. Das ursprüngliche Glockenspiel wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. 1997 entstand die Idee für einen Neubau am Alten Rathaus. Dank eines Fördervereins und zahlreicher Unterstützer wurde das Glockenspiel 2001 mit 25 Glocken eingeweiht. Seit 2002 drehen sich die sechs Bronzefiguren.
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Damit alles reibungslos läuft, arbeiten mehrere Bereiche Hand in Hand: "Am Glockenspiel sind drei Gewerke beteiligt. Einmal ich für die Musiksteuerung, zudem werden die Glocken und die Mechanik gewartet, damit alles aufeinander abgestimmt ist."
Titelfoto: Kristin Schmidt
