Chemnitz - Fast ein Jahr lang blieben die Sterne in Chemnitz unsichtbar - bis heute. Das Schulplanetarium in der Albert-Schweitzer-Oberschule öffnet am Samstag pünktlich zum bundesweiten Tag der Astronomie wieder seine Türen.
Der Grund für die Schließung war so nüchtern wie bitter: der Lehrermangel. Für Chef Thomas Weisbach (62) ist es jetzt die Rettung eines Herzensortes.
"Wenn man so eine Einrichtung über 30 Jahre lang betreut und dann plötzlich monatelang nichts drinnen passiert, das tut einem richtig weh", sagt er. "Ich freue mich riesig, dass wieder geöffnet wird."
Der Stadtrat hatte vor einem Jahr 40.000 Euro im städtischen Haushalt lockergemacht.
"Das Geld fließt hauptsächlich für die dort tätigen Honorarkräfte, aber auch Gerätewartungen oder Software und Lizenzerwerb", erklärt eine Stadtsprecherin. Doch das macht auch klar, die Mitarbeiter arbeiten nur noch auf Honorarbasis. Auch Leiter Weisbach, der kein Geld mehr vom Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) bekommt.
Eine feste Stelle hätte er sich durchaus gewünscht, sagt er. Aber: "Ich verstehe das Landesamt, wenn es sagt: Es ist den Eltern nicht zu vermitteln, dass an den Schulen der Unterricht ausfällt und hier sitzt ein ausgebildeter Mathe-Physik-Lehrer und macht Planetarium."
Endgültig gesichert ist das Planetarium auch noch nicht
Mit weiteren drei neuen Honorarkräften konnte die Stadt den Betrieb erst einmal sichern. Komplett zurück in der alten Normalität ist das Planetarium aber noch nicht.
"Wir werden sicherlich noch bis zum kommenden Schuljahr brauchen, bis wirklich wieder ein regulärer Betrieb möglich ist", sagt Thomas Weisbach. Interessierte Schulen sollen Termine per Mail anfragen: info@sternwarte-chemnitz.de.
Die neuen Honorarkräfte müssten zunächst in die Technik eingewiesen werden und Erfahrung sammeln. Erst dann könne man die Veranstaltungen wieder so verteilen, dass Schulen regulär Termine buchen können.
Endgültig gesichert ist das Planetarium auch noch nicht. Aus dem Rathaus heißt es vorsichtig optimistisch: "Ziel der Stadt Chemnitz ist es, die Weiterbeschäftigung zu verstetigen." Außerdem werde "auch mit dem Landesamt für Schule und Bildung an einer kontinuierlichen personellen Untersetzung in den Folgejahren gearbeitet".
Am Samstag ab 17 Uhr gibt es kostenlose Sondervorstellungen und Beobachtungen des Nachthimmels. Ein Abend für Neugierige, Schulklassen, Familien und alle, die sich in Chemnitz wieder ein Stück Universum zurückholen wollen.