Chemnitz - Langersehnt, millionenschwer gefördert - und trotzdem ist auf dem Gelände an der Fraunhoferstraße in Chemnitz noch kein Bagger zu sehen. Vom geplanten Hydrogen Innovation Center (HIC) kündet derzeit lediglich eine Infotafel. Wie aus einer Stadtratsanfrage hervorgeht, wurde immer noch nicht der Bauantrag gestellt.
HIC-Geschäftsführer Nico Keller (35) widerspricht jedoch dem Eindruck von Stillstand: "Von dritter Seite betrachtet sind bisherige Aufwendungen und notwendige Prozessschritte meist nicht wahrnehmbar." Das Projekt verlaufe planmäßig: Nach der Übergabe des Fördermittelbescheids im März 2025 wurde zunächst das Projektteam aufgebaut.
Im September folgte die europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen für den ersten Bauabschnitt, die im Januar 2026 vergeben wurden.
"Das Vorhaben muss aufgrund der Förderhöhe vergaberechtlich wie ein öffentlicher Bau behandelt werden und damit ganz klaren Regularien folgen", so Keller.
Im Mai dieses Jahres wurden die Planungsleistungen für den zweiten Bauabschnitt vergeben.
Baugenehmigung soll Ende 2026/Anfang 2027 vorliegen
Bereits erledigt wurden unter anderem Baugrunduntersuchungen, Vermessungen, eine Kampfmittelerkundung und ein Artenschutzgutachten. Aktuell läuft die Vorplanung für den ersten Bauabschnitt. Diese muss anschließend vom Finanzministerium geprüft werden.
Erst danach folgen Grundstückserwerb und Genehmigungsplanung mit der Stadt Chemnitz. Die Baugenehmigung soll Ende 2026/Anfang 2027 vorliegen. Der Baustart ist für 2027 vorgesehen, bis 2030 soll das gesamte Wasserstoffzentrum fertig sein.
Die Fördermittel seien nach aktuellem Stand nicht in Gefahr. Die Auszahlung erfolge anhand festgelegter Meilensteine.
"Der aktuelle Projektfortschritt entspricht im Wesentlichen der ursprünglichen Planung, sodass hier kein gesonderter Zeitdruck aufgrund von Verzögerungen besteht."