Chemnitz/Leipzig - Kosten-Explosion auf der Problem-Bahnstrecke Leipzig - Chemnitz! Laut Bahninitiative Chemnitz soll der Ausbau der völlig überlasteten Pendler-Linie nun beinahe dreimal mehr kosten als geplant: Statt ursprünglich 500 Millionen explodieren die Kosten auf satte 1,3 Milliarden Euro.
Im Südabschnitt der Strecke konnte mittlerweile zwar die "vollständige Elektrifizierung" erreicht werden. Aber eklatante finanzielle Probleme bereitet der Nord-Abschnitt (Geithain nach Leipzig).
"Hier war von Anfang an eine durchgehend zweigleisige und elektrifizierte Strecke geplant und zugesagt - dies wird unseren Informationen nach nun infrage gestellt", erklärt Sebastian Drechsler (34), Sprecher der Initiative.
Drechsler geht davon aus, dass der seit 2013 geplante Ausbau mit den 500 Millionen Euro aus Infrastrukturmitteln für die Kohleregion bei dieser Preisexplosion auf eine "deutlich abgespeckte Variante hinauslaufen könnte".
Die Initiative macht Druck auf den Freistaat: "Wir erwarten verbindliche Zusagen für eine leistungsfähige Fernbahnstrecke für die Stadt Chemnitz und die gesamte Region Südwestsachsen."
Auf Initiative des Freistaats sowie der Deutsche-Bahn-Tochter DB InfraGO wird derzeit eine Machbarkeitsstudie erstellt und Anfang Juni vorgestellt.
Noch am Montag hieß es aus dem Infrastrukturministerium, man erhoffe sich von der Studie "belastbare Antworten, was mit dem verfügbaren Budget erreicht werden kann".