OB Schulze zum Congress-Hotel-Aus in Chemnitz: "Es wird ein schwieriger Weg"
Chemnitz - Vor genau einer Woche wurde bekannt, dass das Congress Hotel in Chemnitz schließen soll. Am Samstag gehen in dem Traditionshaus, das seit mehr als 50 Jahren das Stadtbild prägt, die Lichter aus. Oberbürgermeister Sven Schulze (54, SPD) fand dazu in der Stadtratssitzung am Mittwoch klare Worte.
"Die bevorstehende Schließung trifft Chemnitz an sehr sensibler Stelle", so der OB. "Dieses Haus ist eben weit mehr als nur ein Hotelbetrieb. Es ist ein prägendes Wahrzeichen unserer Innenstadt, Teil des Stadthallenensembles und mit vielen persönlichen Erinnerungen verbunden."
Deswegen seien erste Schritte sofort eingeleitet worden. Neben Gesprächen mit den Mitarbeitern habe es am Mittwoch auch einen Austausch mit dem Eigentümer "Aroundtown SA" gegeben.
"Ich will aber keine unrealistischen Erwartungen wecken. Es wird ein schwieriger Weg", betont Schulze. Die Stadt selbst könne kein Hotel betreiben und wenn es eine einfache Lösung gäbe, hätte der Betreiber oder Eigentümer sie bereits umgesetzt. Eine positive Nachricht gibt es dennoch: Die beiden Geschäfte im Erdgeschoss des Gebäudes sollen weiterhin geöffnet bleiben. Über weitere Inhalte des Gesprächs mit dem Eigentümer wurde Vertraulichkeit vereinbart.
Während sich der Eigentümer zumindest gesprächsbereit zeigt, schweigt die bisherige Betreibergesellschaft weiter. Zu den Gründen für das Aus äußert sich die GCH Group nicht.
Für Sonntag (18 Uhr) ist eine Protestaktion vor dem Hotel geplant. Mitarbeiter wollen eine Lichterkette bilden. Chemnitzer sind aufgerufen, sich zu beteiligen.
Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt (2)