Park-Sorgen auf Chemnitzer Kaßberg: Wer hat Platz für all die Autos?
Chemnitz - Die Parkplatzsuche auf dem Chemnitzer Kaßberg bedeutet für viele Anwohner täglichen Frust. Ein Vorschlag der Linksfraktion im Stadtrat soll Abhilfe schaffen: Supermärkte sollen ihre Stellplätze ab dem frühen Abend an die Bewohner vermieten - wie es in Düsseldorf bereits erfolgreich praktiziert wird. Wie realistisch ist das?
"Feierabendparken schafft kurzfristig Entlastung für überfüllte Wohnquartiere", sagt Toni Späth (26, Linke).
"Das Thema 'Parkplatz-Sharing' ist im Hinblick auf den schonenden Umgang mit Ressourcen grundsätzlich sinnvoll", findet auch die Stadt, verweist aber gleichzeitig auf ihre begrenzte Einflussmöglichkeit.
Die Entscheidung über eine Vermietung liege allein bei den Eigentümern - ebenso die gesamte Umsetzung (Buchungszeiten, Tarife, technische Ausstattung, Kontrolle ...).
Tatsächlich haben viele Märkte ihre Parkzeiten wegen Fremdnutzung tagsüber inzwischen begrenzt - teils durch Kameras überwacht.
Mehr Parkfläche wäre eine echte Erleichterung
Mit einem Parken nach Ladenschluss haben viele Betreiber hingegen kein Problem: "Anwohner können nachts bis zur Öffnung des Marktes gerne kostenfrei die Parkfläche nutzen", teilt Edeka Zimmermann auf der Weststraße mit.
Für die Ermafa-Passage steht das Modell "Feierabendparken" nicht zur Debatte: "Ein sichtbarer Bedarf an Stellplätzen besteht in diesem Bereich nicht. Unser Parkplatz neben der Passage an der Kaßbergstraße wird nachts kaum genutzt."
Mehr Parkfläche wäre für viele Kaßberger trotzdem eine echte Erleichterung: "Ohne eigenen Stellplatz hat man hier oft kaum eine Chance - vor allem, wenn noch irgendwo gesperrt ist", weiß Claudia Breutmann (39).
Auch Joachim Uhle (70), seit 20 Jahren Kaßberger, kennt es, Runden um die Blöcke zu drehen. Miete für einen Parkplatz würde er trotzdem nicht bezahlen.
Titelfoto: Kristin Schmidt
