Chemnitz - Zerlegt und demoliert lag der Hartmann-Brunnen jahrelang fast vergessen auf dem Gelände des Chemnitzer Klinikums neben einem Gebüsch. Jetzt strahlt das Kunstwerk des Chemnitzer Formgestalters Horst Hartmann (†85) wieder in alter Pracht.
Der 6,8 Tonnen schwere Edelstahlkoloss war 1982 von der Feierabendbrigade des VEB Germania für das Außengelände des damaligen Bezirkskrankenhauses gebaut worden. 2018 musste er einem Erweiterungsbau des Klinikums weichen. Im vergangenen Sommer kehrte er auf Initiative des Chemnitzer Unternehmers Jörg Meinel (61) "nach Hause" zurück.
Mithilfe eines Krans wurden die Teile des Wasserspiels geborgen, nach Altchemnitz in den Germania-Industriepark transportiert und dort beim Nachfolgeunternehmen ASE Apparatebau rundum erneuert.
"Zerlegte Teile wurden wieder zusammengeschweißt. Gestohlene Stücke, wie die oberen Kugelhälften, neu angefertigt. Die Oberflächen mit Glasperlen abgestrahlt", zählt Jörg Meinel auf.
ASE-Chef Alexander Hofmann sagt: "Wir konnten uns an den alten Zeichnungen von Horst Hartmann orientieren. Aber es war auch viel Improvisation dabei."
Circa 200.000 Euro für die Brunnenrettung
Als Nächstes sollen die Rohrleitungen neu montiert werden. Meinel: "Wenn der Brunnen läuft, werden 230 Kubikmeter Wasser pro Stunde durchgepumpt. Das ist schon enorm."
Im Juni beginnt dann im Gelände des Industrieparks der Tiefbau für ein 14 mal 11 Meter großes Brunnenbecken.
Insgesamt rechnet der Unternehmer mit Kosten von rund 200.000 Euro für die Brunnenrettung. "Wenn alles gut läuft, soll er im Herbst aufgestellt werden."
Das Wasserspiel soll öffentlich zugänglich sein und wochentags jeweils von 8 bis 18 Uhr sprudeln. "Für Besucher am Wochenende ist angedacht, dass er mittels digitalen Knopfdrucks gegen eine Spende in Gang gesetzt werden kann", so Meinel.