Sachsens Innenminister erklärt: So gefährlich war die "Chemnitz Revolte"

Chemnitz - Jung, radikal, gewaltbereit: Die Gruppe "Chemnitz Revolte" machte 2025 regelmäßig Schlagzeilen. Besonders schockierend: Mitglieder der Gruppe attackierten im Januar 2025 mehrere Bar-Gäste in der Chemnitzer City. Über soziale Medien lockten die Rechtsextremen ihre Mitglieder an. Wie gefährlich war die Gruppe - und gibt es sie heute noch?

Teilweise vermummt, jung und radikal: Die Gruppe "Chemnitz Revolte" demonstrierte unter anderem Anfang Januar 2025 gegen die Eröffnung der Kulturhauptstadt.
Teilweise vermummt, jung und radikal: Die Gruppe "Chemnitz Revolte" demonstrierte unter anderem Anfang Januar 2025 gegen die Eröffnung der Kulturhauptstadt.  © C-Fotodienst

Genau das wollte Juliane Nagel (47, Linke) wissen. Die Landtagsabgeordnete stellte eine Kleine Anfrage an Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU). Die Antwort des Innenministeriums zeigt: Die Gruppe war klein - aber brandgefährlich!

Die Vereinigung "Chemnitz Revolte" entstand demnach im Sommer 2024 aus einem Kreis von überwiegend befreundeten Personen. Sie nahmen an den "Montagsdemonstrationen" und den CSD-Protesten teil. Schnell entwickelte sich daraus eine eigene Szene, die "Chemnitz Revolte" wurde gegründet.

Das Personenpotential lag laut dem Innenministerium im mittleren zweistelligen Bereich. Treffpunkte waren unter anderem das Karl-Marx-Monument und andere Orte im Chemnitzer Zentrum.

Landtagsabgeordnete Juliane Nagel (47, Linke) wollte wissen, wie aktiv die rechtsextreme Gruppe aus Chemnitz ist.
Landtagsabgeordnete Juliane Nagel (47, Linke) wollte wissen, wie aktiv die rechtsextreme Gruppe aus Chemnitz ist.  © Sebastian Kahnert/dpa

Neonazi-Gruppe attackiert Bar-Besucher in Chemnitz!

Mitglieder der "Chemnitz Revolte" griffen im Januar 2025 Bar-Besucher auf dem Brühl an.
Mitglieder der "Chemnitz Revolte" griffen im Januar 2025 Bar-Besucher auf dem Brühl an.  © Kristin Schmidt

Die Gruppe ist gefährlich! Wie Innenminister Schuster berichtet, gehe von derartigen Vereinigungen ein Gewaltpotential aus. Zu sehen war das unter anderem Ende Januar 2025. An einem Abend griff eine Gruppe von etwa 20 Personen Bar-Besucher an.

"Ein Geschädigter wurde während des Angriffes niedergeschlagen und auf dem Boden liegend getreten", teilt das Innenministerium mit. Die Täter im Alter zwischen 15 und 20 Jahren waren wohl Mitglieder der "Chemnitz Revolte".

Auf das Konto der Rechtsextremen gehen auch weitere Ermittlungsverfahren. Unter anderem sollen die Mitglieder Polizisten mit Pyrotechnik attackiert haben.

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Zudem kommen zahlreiche Ermittlungen wegen Äußerungen von Nazi-Parolen hinzu.

"Chemnitz Revolte" seit 2025 inaktiv

Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU) informierte über die Aktivitäten der "Chemnitz Revolte".
Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU) informierte über die Aktivitäten der "Chemnitz Revolte".  © Jan Woitas/dpa

Die Szene agierte überregional. Mitglieder tauchten auch bei rechtsextremen Demos in Dresden, Berlin, Gera und Falkensee auf. Regelmäßig riefen die Anhänger über die sozialen Medien zum Protestieren auf, lockten damit auch junge Leute an.

Sachsens Innenminister Armin Schuster warnt vor allem vor der Radikalisierung junger Menschen: Sie seien anfällig für rechtsextreme Ideologien.

Aber ist die Gruppe auch heute noch aktiv? Laut dem Innenministerium wohl nicht - seit Mitte 2025 gilt die "Chemnitz Revolte" als inaktiv. Offiziell aufgelöst wurde die Vereinigung jedoch nie. "Eine Auflösungserklärung oder Ähnliches ist dem Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen allerdings bisher nicht bekannt", teilt das Innenministerium mit.

Eine neue, vergleichbare Gruppe ist in Chemnitz bislang nicht bekannt.

Titelfoto: Bildmontage: C-Fotodienst, Jan Woitas/dpa

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