Chemnitz - Was landet mittags auf dem Teller der Chemnitzer Schulkinder? Und vor allem: Was kostet es? Diese Fragen sorgen seit Jahren für Diskussionen - bei Eltern, an Schulen und immer wieder auch im Stadtrat.
Einer, der die Debatte aus der Praxis kennt, ist Silvio Kühne (53), Schulessen-Chef von CoWerk, das seit Jahren Schulverpflegung anbietet.
Er sagt: "Der Trend geht klar weg vom billigsten Essen. Es geht darum, was auf dem Teller liegt und ob Kinder es wirklich essen", sagt er. Der Preis bleibt trotzdem der größte Zankapfel. Aktuell zahlen Eltern in Chemnitz bis zu 5,70 Euro pro Portion. Für viele Familien ist das spürbar.
Kühne kann das nachvollziehen. Auch er ist Vater von zwei Kindern. "Der Preis belastet. Aber jahrelang wurde fast nur über Kosten gesprochen."
CoWerk gibt in Chemnitz und Umgebung rund 5000 Essen täglich aus. Rund 220 der insgesamt 500 Mitarbeiter kochen das Schulessen in mehreren regionalen Küchen.
Beliefert werden Kitas, Grundschulen und weiterführende Schulen. Unterschiedliche Altersgruppen brauchen unterschiedliche Angebote - auch das sei ein Punkt, der oft unterschätzt werde.
Mehrwertsteuersenkung kommt kaum an
Inzwischen denkt man Richtung Sommer über Preissenkungen nach, ohne schon konkret zu werden: "Wir straffen Prozesse, digitalisieren Abläufe und versuchen, weniger Lebensmittel wegzuwerfen. Ziel ist es, günstiger zu werden - ohne Qualität einzubüßen."
Die Mehrwertsteuersenkung seit Januar kommt beim CoWerk-Schulessen kaum an. Man arbeite bereits mit einem reduzierten Steuersatz.
"Wir haben durch unsere Struktur keinen Steuervorteil, dafür aber mehr Aufwand im Alltag - das frisst mögliche Entlastungen sofort auf", erklärt Silvio Kühne.