Studi-Zoff an TU Chemnitz: "Teutonia" sucht Mitglieder und erntet Studenten-Kritik

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Chemnitz - Die Studentenverbindung „Teutonia“ sucht neue Mitglieder. Bereits mehrfach war ihre Werbung unter den Studierenden auf Kritik gestoßen.

Auch die Außenwand des "Imagine Pub" wurde in Mitleidenschaft gezogen. Dort fand Montagabend eine Veranstaltung der Verbindung statt.
Auch die Außenwand des "Imagine Pub" wurde in Mitleidenschaft gezogen. Dort fand Montagabend eine Veranstaltung der Verbindung statt.  © privat

Derzeit zählt die 1880 in Chemnitz gegründete Verbindung rund 60 Mitglieder. Nur noch vier von ihnen sind aktive Studenten, die übrigen haben ihr Studium bereits abgeschlossen.

Um männlichen Nachwuchs zu gewinnen, wirbt die Verbindung mit Flyern an öffentlichen Orten, etwa in der Straßenbahn. Seit Montag steht zudem ein Werbeanhänger an der Reichenhainer Straße gegenüber der Mensa.

Zum Hintergrund: Die St.V. Teutonia ist weder von der TU Chemnitz noch vom Stura als studentische Initiative anerkannt. Kostenlose Werbung auf dem Campus ist ihr deshalb nicht möglich.

Chemnitz: Dank Solarstrom: Hier wird in Chemnitz künftig mit Infrarot geheizt
Chemnitz Lokal Dank Solarstrom: Hier wird in Chemnitz künftig mit Infrarot geheizt

"Die Werthaltungen der St.V. Teutonia standen bisher in direktem Widerspruch zu unseren Vorstellungen eines diskriminierungsfreien Miteinanders. Für uns bedeutet es, Weltoffenheit und Toleranz vorzuleben", erklärt der Student_innenrat.

Nun wurde der Werbeanhänger Ziel von Schmierereien und mit Aufschriften wie "Fascho-Scheiß" versehen. Zudem wurden die Plakate abgerissen und die Räder zerstochen.

StuRa distanziert sich von Sachbeschädigungen

Erik Michael (37) ärgert die Sachbeschädigung am Anhänger.
Erik Michael (37) ärgert die Sachbeschädigung am Anhänger.  © Kristin Schmidt

Der StuRa distanziert sich ausdrücklich von den Sachbeschädigungen: "Wir betonen ausdrücklich, dass wir jede Form von Gewalt, Sachbeschädigung und Vandalismus entschieden ablehnen und nicht tolerieren. Unser oberstes Gebot bleibt eine friedliche Konfliktlösung."

Erik Michael (37) vom Altherren-Verband weist die "Fascho"-Vorwürfe zurück: "Wir sind parteipolitisch unabhängig. Für Extremismus sowohl von rechts als auch von links gibt es bei uns keinen Platz."

Die Sachbeschädigung ärgert ihn: "Es ist schade, dass kein offener Diskurs gesucht wurde."

Titelfoto: Kristin Schmidt

Mehr zum Thema Chemnitz Lokal: