Chemnitz - Am Dienstag kletterte ein Kind (5) aus einem Fenster auf ein Vordach und stürzte ab. Es ist seit Mai der dritte Vorfall in Chemnitz, bei dem ein offenes Fenster zum Verhängnis für ein Kind wurde.
Das Unglück passierte am Nachmittag in der Straße der Nationen. Das Kind wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht.
Erst vor anderthalb Wochen fiel ein Kind (3) aus einem Fenster einer Wohnung im ersten Obergeschoss in der Körnerstraße. Mitte Mai war ein ebenfalls dreijähriges Kind in der Zietenstraße aus dem vierten Stock gestürzt.
Typische Sommerunfälle, die oft vermeidbar wären, sagt Karoline Becker (67), Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder e.V.".
Auch die Berufsfeuerwehr Chemnitz beobachtet das Problem: "Gründe dafür können sein, dass Fenster häufiger zum Lüften geöffnet werden und Kinder sich aufgrund der Ferienzeit vermehrt zu Hause aufhalten."
Alltagssituationen, in denen Kinder für kurze Zeit unbeaufsichtigt sind, werden gefährlich
Eine belastbare statistische Bewertung liegt allerdings nicht vor. Jedoch: Stürze sind die häufigste Unfallform bei Kindern, so Becker.
"Jedes Jahr kommen 125.000 Kinder unter fünf Jahren mit Sturzverletzungen in die Arztpraxis." Dazu zählen auch Stürze vom Wickeltisch oder beim Treppensteigen.
Laut Berufsfeuerwehr werden Alltagssituationen, in denen Kinder für kurze Zeit unbeaufsichtigt sind, gefährlich. "Dabei wird oftmals unterschätzt, wie schnell Kinder Möbelstücke als Kletterhilfe nutzen oder Fenster eigenständig öffnen können."
Tipps sind daher: Kinder und offene Fenster nicht unbeaufsichtigt geöffnet lassen, Möbel nicht direkt vor Fenster stellen, Fenstersicherungen oder abschließbare Fenstergriffe nutzen und Kinder frühzeitig über die Gefahren aufklären.