Überraschende Zahlen: Chemnitz ist die Handwerker-Hochburg in Ostdeutschland
Chemnitz - Sachsens drittgrößte Stadt ist die Handwerker-Hochburg in Ostdeutschland. In keiner anderen Großstadt im Osten gibt es so viele Unternehmen pro Einwohner wie in Chemnitz.
Das geht aus einer Analyse der Steuer-App "Accountable" hervor. Demnach gibt es in Chemnitz 63,3 Handwerksunternehmen auf 10.000 Einwohner.
Sachsens drittgrößte Stadt belegt damit Platz fünf im Deutschland-Ranking, in Ostdeutschland sogar Platz 1. Zudem liegt Chemnitz deutlich über dem Deutschland-Durchschnitt (50,5 Betriebe).
Zum Vergleich: Absoluter Spitzenreiter ist Solingen mit 75 Handwerksbetrieben pro 10.000 Einwohner. Nach Chemnitz mit Platz fünf landet Erfurt als nächste ostdeutsche Stadt mit 55,3 Betrieben pro 10.000 Menschen auf Rang 17.
Spannend: Auch bei der Betriebsgröße liegt Chemnitz über dem Schnitt. Pro Unternehmen arbeiten hier 13,8 Personen, während es im deutschlandweiten Durchschnitt 12,8 sind.
Mit Blick auf den Fachkräftemangel bringen kleine und größere Betriebe jeweils Vor- und Nachteile mit sich, weiß "Accountable"-Gründer Tino Keller: "So sind kleinere Betriebe häufig besonders flexibel und können oft auch kurzfristig auf Aufträge reagieren, was die Versorgung vor Ort verbessern kann. Allerdings könnte sich hier die Nachfolgeproblematik künftig stärker bemerkbar machen, da eine große Zahl an Betrieben fortgeführt werden muss."
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Chemnitzer Unternehmen klagen über ungeeignete Bewerber
Dass das Nachwuchs-Problem ein großes Thema ist, zeigt auch eine Ausbildungsumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) für die Region Chemnitz.
Das Dilemma: Viele Unternehmen bekommen genügend Bewerbungen, doch bei vielen Jugendlichen fehlt es an wichtigen Grundlagen. Mathe, Deutsch, Naturwissenschaften - hier hapert es laut den Unternehmen.
Geeignete Azubis zu finden, ist daher weiterhin schwierig. Die IHK fordert daher, Jugendliche besser auf den Ausbildungsstart vorzubereiten.
Titelfoto: Bildmontage: Jens Büttner/dpa, Kristin Schmidt