Weil ein Akkuzug fehlt: Tagelange Einschränkungen auf Problemstrecke Chemnitz-Leipzig

Chemnitz/Leipzig - Der Fahrgast-Frust auf der Problemstrecke Chemnitz-Leipzig geht weiter! Kaum sind die Dieselzüge verschwunden, gibt's schon das nächste Problem. Weil ein dringend benötigter Akkuzug fehlt, greift ab Sonntag ein Notfahrplan.

Einer der bestellten Akkuzüge konnte noch nicht geliefert werden. Daher kommt es auf der Bahnstrecke zwischen Chemnitz und Leipzig zu Einschränkungen.  © Kristin Schmidt

Dabei sollte jetzt eigentlich alles besser werden: Nach jahrelangen Verzögerungen sind erstmals ausschließlich die neuen Batteriezüge unterwegs - die alten Dieselbahnen werden ab Sonntag komplett vom Netz genommen.

Das Problem: Hersteller Alstom hat bislang nur zehn der elf bestellten Akkuzüge geliefert. Die Folge: Von Sonntag bis einschließlich Freitag (19. Juni) müssen Passagiere mit Fahrplanänderungen leben.

Eigentlich laden die Akkuzüge in den Endbahnhöfen Chemnitz und Leipzig für jeweils eine Stunde. Doch weil ein Fahrzeug der Flotte fehlt, muss die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) improvisieren.

"Um Ladezeiten in Chemnitz Hauptbahnhof zu sparen, werden einige Akkuzüge zwischen Leipzig und Geithain auf die elektrifizierte Strecke über Borna umgeleitet, um unter Fahrdraht zu laden", erklärt Falk Ester (57) vom Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS).

Diese Umleitung hat Folgen für Reisende: Der planmäßige Halt in Bad Lausick entfällt, zudem fahren die Bahnen in Chemnitz und Leipzig einige Minuten eher ab. Fahrgäste sollten sich vor ihrer Reise über die neuen Abfahrzeiten informieren.

"Insgesamt sind tagsüber sieben Züge je Richtung im Zweistundentakt betroffen", teilt ein MRB-Sprecher mit.

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"Durch die Umleitung einiger Fahrten kommt es zu den Fahrplanabweichungen", sagt VMS-Sprecher Falk Ester (57).  © Kristin Schmidt

Schienenersatzverkehr ab Bad Lausick

Die alten Dieselzüge sind ab Sonntag komplett Geschichte - sie werden vom Netz genommen.  © Ralph Kunz

Vor allem Fahrgäste in Bad Lausick schauen in die Röhre. Für sie wurde ein Ersatzbus eingerichtet. Als alternative Verbindung steht die RB 113 "Geithainer" zur Verfügung.

Brisant: Die neuen Akkuzüge sollten eigentlich bereits Ende 2023 komplett auf der Strecke unterwegs sein. Doch es kam immer wieder zu Lieferproblemen. Erst in den vergangenen Monaten konnten die alten Dieselzüge nach und nach ersetzt werden.

Die Bahnstrecke zwischen Chemnitz und Leipzig gilt seit Jahren als Sorgenkind. Sie ist größtenteils eingleisig und nicht elektrifiziert. Zwar plant die Deutsche Bahn den Ausbau und die Elektrifizierung, doch beim Zeitplan und der Finanzierung bleiben weiterhin offene Fragen.

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