Wie läuft's mit der Elektrifizierung rund um Chemnitz?

Chemnitz - Ohne Diesel ins Umland: Ab 2027 sollen eCitylinks beim "Chemnitzer Modell" zum Einsatz kommen. Die neuen Züge können in der Stadt mit Straßenbahnstrom (600 Volt) und außerhalb mit Bahnstrom (15.000 Volt) fahren. Möglich ist das zwischen Chemnitz und Stollberg sowie Chemnitz und Mittweida. Für die anderen Linien müssen nun zunächst Bahnstrecken elektrifiziert werden.

In einem rund 100 Meter langen Schleppverband sorgte der neue eCitylink bei seiner Ankunft in Chemnitz für Aufsehen.
In einem rund 100 Meter langen Schleppverband sorgte der neue eCitylink bei seiner Ankunft in Chemnitz für Aufsehen.  © Kristin Schmidt

In Richtung Aue ist dafür die Erzgebirgsbahn zuständig. Die hat 2025 die Elektrifizierung der Strecke mit einer Grundlagenermittlung vorbereitet.

"Das heißt, wir haben uns angeschaut: Auf welchem Weg bekommen wir den Strom an die Trasse? Gibt es Brücken, bei denen die Höhe nicht ausreicht, wenn dort eine Fahrleitung gezogen wird?", erläutert Infrastruktur-Leiter Ralf Reineke (55).

Die gute Nachricht: "Die Elektrifizierung ist ohne größere Hürden möglich." Die weniger gute: Es ist noch unklar, wer die weitere Planung bezahlt.

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Reineke: "Uns als Erzgebirgsbahn stehen dafür keine Mittel vom Bund zur Verfügung, weil die DB Projekte wie Chemnitz-Leipzig priorisiert. Unser Ziel ist, 2026 eine Vereinbarung mit dem VMS oder dem Land Sachsen abzuschließen, die festschreibt, wer die Planungskosten übernimmt."

Dabei geht es um einen "niedrigen zweistelligen Millionenbetrag". Vom Verkehrsverbund Mittelsachsen heißt es dazu: "Wir werden gemeinsam eine Lösung finden."

Die Güterverkehrsstrecke zwischen Chemnitz Hauptbahnhof und dem Railport Chemnitz Süd wird elektrifiziert. Mitte Dezember pendelte bereits eine Test-Lok.
Die Güterverkehrsstrecke zwischen Chemnitz Hauptbahnhof und dem Railport Chemnitz Süd wird elektrifiziert. Mitte Dezember pendelte bereits eine Test-Lok.  © Ralph Kunz
Am Bahnhof in Annaberg sollen bald Batteriezüge über Nacht aufgeladen werden.
Am Bahnhof in Annaberg sollen bald Batteriezüge über Nacht aufgeladen werden.  © Uwe Meinhold
Ralf Reineke (55), Leiter Infrastruktur Erzgebirgsbahn, bestätigt, dass bereits erste Untersuchungen an der Strecke zwischen Chemnitz und Aue stattgefunden haben.
Ralf Reineke (55), Leiter Infrastruktur Erzgebirgsbahn, bestätigt, dass bereits erste Untersuchungen an der Strecke zwischen Chemnitz und Aue stattgefunden haben.  © privat
VMS-Sprecher Falk Ester (57) kündigt an, zusammen mit der Erzgebirgsbahn eine Lösung für die Finanzierung zu finden.
VMS-Sprecher Falk Ester (57) kündigt an, zusammen mit der Erzgebirgsbahn eine Lösung für die Finanzierung zu finden.  © Kristin Schmidt

Bei einem Jahr Planungszeit, zwei bis drei Jahren für die Genehmigungsphase und einem Jahr Bauzeit wird ein eCitylink nicht vor Anfang der 2030er-Jahre bis nach Aue rollen. In diesen Zeithorizont fällt auch der Ausbau der Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig - Voraussetzung für den Einsatz doppelt elektrischer Züge nach Burgstädt.

Titelfoto: Ralph Kunz

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