Großer Krach bei Chemnitzer Jusos: Es geht um Abwahl, Rücktritt, Rauswurf und einen Kothaufen

Chemnitz - Bei den Jusos Chemnitz kracht es gewaltig. Der bisherige Vorsitzende Gabriel Fritz (22) ist zurückgetreten. Gleichzeitig trat der Student aus der SPD aus. Mit ihm verließen weitere Vorstandsmitglieder Jusos und Partei. Der Vorwurf: Druck, Einschüchterung, Machtpolitik.

Ex-Vorsitzender Gabriel Fritz (22) soll hier in der SPD-Regionalgeschäftsstelle eingeschüchtert worden sein.  © Kristin Schmidt

Fritz spricht von gezielter Einflussnahme: "Wir wurden gut rausgedrängt", sagt der frühere Vorstand in Richtung der Mutterpartei SPD und seines internen Rivalen Marius Franke.

Franke wurde auf einer von der SPD angesetzten Vollversammlung Anfang der Woche zum neuen Juso-Vorsitzenden gewählt. Er habe schon zuvor im Vorstand "für sehr viel Chaos und Vertrauensbrüche gesorgt". Gesprächsversuche seien gescheitert, Franke habe sich "gar nicht mehr an demokratischen Prozessen beteiligt".

Gegen Fritz lief zuvor ein parteinternes Verfahren wegen angeblicher Diskriminierung. Die Vorwürfe gegen ihn seien "haltlos", kontert der Student.

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Das Verfahren sei instrumentalisiert worden: "Ich möchte keinen Strukturen dienen, die solche Mechanismen zum Machterhalt nutzen."

Auf der Vollversammlung eskalierte die Situation, nachdem Fritz dazu auch Vertreter der Jungen Union und der Jungliberalen eingeladen hatte.

Unter Verweis auf das Hausrecht wurden sie nach ihrer Ankunft rausgeworfen. "Wir fordern eine öffentliche Entschuldigung", schäumt JU-Chef Joel Hochmuth (23) und sieht darin ein Alarmzeichen. "Wenn selbst führende Jusos von strukturellen Problemen und fehlender Transparenz sprechen, dann kann man das nicht als bloßen internen Konflikt abtun."

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Erst zu den Jusos eingeladen, dann rausgeworfen: JU-Chef Joel Hochmuth (23, CDU).  © Ralph Kunz
Gegen Fritz lief ein wochenlanges parteiinternes Verfahren.  © Kristin Schmidt

Vorwurf gegen neu gewählten Juso-Vorstand: "Eine bewusste Herabwürdigung politisch engagierter Menschen"

Marius Franke (SPD) feierte in dieser Woche ein überraschendes Comeback im Juso-Vorstand.  © privat

Mit einem kurze Zeit später gelöschten Instagram-Post goss der neu gewählte Juso-Vorstand Marius Franke zusätzliches Öl ins Feuer. Er schrieb: "Heute wurde sogar das Hinterzimmer ausgekehrt" - dahinter ein Kothaufen-Emoji. Die Junge Union wertet das als Entgleisung.

Hochmuth sagt: "Das ist nicht nur ein völlig unangemessener Ton, sondern eine bewusste Herabwürdigung politisch engagierter Menschen."

Marius Franke lehnte auf Anfrage eine Stellungnahme ab und verwies auf SPD-Kreischef Sebastian Reichelt.

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Reichelt verschickte eine Stellungnahme vom gesamten Vorstand und bestätigte den Rauswurf indirekt: "Die Vollversammlung der Jusos Chemnitz fand als nicht-öffentliche Veranstaltung statt."

Sebastian Reichelt (40, SPD) muss die Wogen rund um die Juso-Querelen glätten.  © Ralph Kunz

Als Vertreter anderer Jugendorganisationen dennoch erschienen seien, habe die SPD Chemnitz "von ihrem Hausrecht Gebrauch gemacht". Man wolle jedoch die Wogen glätten.

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