Mietvertrag läuft aus! Gibt Chemnitz nach 26 Jahren den Moritzhof auf?

Chemnitz - Kommt nach 26 Jahren für den Moritzhof das Aus als Verwaltungszentrum? Aktuell sucht die Stadtverwaltung nach alternativen Büroräumen für Jugend-, Sozial- und Standesamt. 17.000 Quadratmeter in der Chemnitzer Innenstadt, dazu Stellplätze. Der Mietvertrag soll am 1. Juli 2024 starten und für 15 Jahre geschlossen werden.

Der Moritzhof in der Bahnhofstraße war 1996 eines der ersten großen Bauprojekte der Innenstadt. 1998 zog die Stadtverwaltung ein.
Der Moritzhof in der Bahnhofstraße war 1996 eines der ersten großen Bauprojekte der Innenstadt. 1998 zog die Stadtverwaltung ein.  © Kristin Schmidt

"2024 läuft der aktuelle Mietvertrag für den Moritzhof aus. Da ist es übliche Praxis, dass die Flächen neu ausgeschrieben werden", bestätigt eine Stadtsprecherin. "Es heißt noch nicht, dass die Ämter aus dem Moritzhof ausziehen. Sie könnten auch dort verbleiben, je nach dem, was angeboten wird."

So könnte die Ausschreibung auch eine Konsequenz aus dem jüngsten Ärger um die Mietkosten für das Gesundheitsamt sein.

Dabei stellte sich der Stadtrat in letzter Minute quer, als der Mietvertrag um weitere 15 Jahre verlängert werden sollte und kritisierte die Kosten als zu hoch.

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Tatsächlich sind zentrumsnahe Alternativen zum jetzigen Bürger- und Verwaltungszentrum in der Bahnhofstraße, das 1997 von der Sparkasse gebaut worden war, schwer zu finden.

Zwar zieht im Herbst der Energieversorger Eins in seine neue Firmenzentrale in der Bahnhofstraße, sodass die alte Residenz in der Augustusburger Straße frei würde. Doch mit knapp 11.500 Quadratmetern Nutzfläche ist der Platz dort etwas knapp.

Neben Jugend- und Sozialamt haben auch die Kämmerei und die Wahlbehörde hier ihren Sitz.
Neben Jugend- und Sozialamt haben auch die Kämmerei und die Wahlbehörde hier ihren Sitz.  © Kristin Schmidt
Der Mietvertrag für das Bürger- und Verwaltungszentrum endet in drei Jahren.
Der Mietvertrag für das Bürger- und Verwaltungszentrum endet in drei Jahren.  © Kristin Schmidt
Hier werden im Herbst Büroflächen frei: Die Firmenzentrale des Energieversorgers Eins zieht um.
Hier werden im Herbst Büroflächen frei: Die Firmenzentrale des Energieversorgers Eins zieht um.  © Maik Börner

Riesige Büroflächen gibt es in der alten "Parteisäge" in der Brückenstraße - und Uralt-Pläne für Landesbehörden, die bisher nicht verwirklicht wurden. Diese städtebauliche Altlast noch vorm Kulturhauptstadtjahr zu sanieren, wäre zwar wünschenswert, scheint aber zeitlich utopisch.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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