Nach erfolglosem Strecken-Gipfel: Bahninitiative Chemnitz spricht von Vertrauensbruch

Chemnitz - Nach dem ergebnislosen Bahngipfel zum Ausbau der Strecke Chemnitz - Leipzig schlagen die Wogen weiterhin hoch. Die Deutsche Bahn hatte bei dem Treffen im Hotel "Chemnitzer Hof" kaum belastbare Antworten liefern können. Die Bahninitiative Chemnitz spricht offen von einem Kommunikationsdesaster.

Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (61, CDU): Beim Bahnausbau zwischen Chemnitz und Leipzig steht ihr Haus unter Druck.  © Thomas Türpe

Weder zum Zeitplan noch zum konkreten Ausbauumfang gebe es Klarheit. Besonders brisant: Im Nordabschnitt (Geithain - Leipzig) stehe plötzlich eine Abkehr von der vollständigen Zweigleisigkeit im Raum.

"Man kann nicht erwarten, dass eine grundlegende Änderung der Zielsetzung - ohne transparente Kommunikation und ohne Antworten auf zentrale Nachfragen - auf Zustimmung oder Verständnis stößt", kritisiert Sprecher Sebastian Drechsler (35).

Aus Sicht der Initiative ist das ein Vertrauensbruch. Bislang sei man davon ausgegangen, dass der Nordabschnitt zweigleisig ausgebaut wird - auf dieser Grundlage sei 2024 auch der Kompromiss für den Südabschnitt Chemnitz - Geithain zustande gekommen.

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Dieser sieht vor, dass hier knapp drei Kilometer eingleisig bleiben. Die Bahninitiative fordert jetzt die transparente Vorstellung mehrerer Ausbauvarianten.

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Kritik auch vom Industrieverein Sachsen

Der RE6 zwischen Chemnitz und Leipzig überquert das Bahrebachmühlenviadukt über der A4.  © dpa/Jan Woitas

Auch aus der Wirtschaft wächst die Kritik. "Die leistungsfähige Schienenanbindung zwischen Chemnitz und Leipzig ist ein Schlüsselprojekt für Wettbewerbsfähigkeit und Fachkräftesicherung", sagt Katrin Hoffmann (47) vom Industrieverein Sachsen.

Umso unverständlicher sei es, dass weiterhin keine verlässlichen Aussagen zu Zeitplan und Ausbau gemacht würden.

Im März soll es ein weiteres Treffen von Deutscher Bahn, Freistaat und weiteren Beteiligten geben.

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