Stink-Alarm in Klaffenbach: Abwasser ist stark belastet, Eigenheimsiedlung soll trotzdem kommen

Chemnitz - Rund um die Mineralölraffinerie Baufeld/Puraglobe in Klaffenbach stinkt's. Seit Jahren leiden genervte Anwohner der Chemnitzer Straße unter dem üblen Abwasser-Geruch. In Nachbarschaft der Anlage ist eine Eigenheimsiedlung mit 19 Häusern geplant - doch das Projekt liegt seit Monaten auf Eis.

Am Klaffenbacher Eisenweg sollen 19 Eigenheime gebaut werden.  © Ralph Kunz

TAG24 liegen Unterlagen der Landesdirektion (LDS) vor, die den Fall noch brisanter machen. Darin heißt es über die Baufeld-Mineralölraffinerie GmbH: Die Firma betreibe in Klaffenbach "eine Raffinerie für Industrieabfälle". Die industriellen Abfälle seien vor allem Öl-Wasser-Gemische und Emulsionen.

"Etwa zehn Prozent der industriellen Abfälle sind Prozess- und Reinigungsabwässer unter anderem aus der Pharmazie."

Das Unternehmen habe noch bis 30. Juni eine Genehmigung zur Einleitung von "Abwässern mit gefährlichen Stoffen". Eine Verlängerung werde geprüft.

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Auf TAG24-Anfrage teilte die LDS mit, dass staatliche Überwachungen seit 2024 stattfinden: "Alle Überwachungswerte wurden eingehalten." Doch ausgerechnet beim wohl spannendsten Wert schaut die LDS nicht hin: Der chemische Sauerstoffbedarf (CSB) wurde bei ihren Kontrollen gar nicht gemessen. Begründung: Für diesen Wert sei kein eigener Grenzwert festgelegt.

Der CSB zeigt, wie stark Abwasser mit organischen Stoffen belastet ist. Chemnitz hat in der Entwässerungssatzung sehr wohl einen Grenzwert festgelegt, der bei eigenen Messungen deutlich überschritten wurde.

Offenbar ist der Wert so problematisch, dass Baufeld/Puraglobe nun an zusätzlicher Reinigung arbeitet.

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Im Labor werden regelmäßig Proben aus Klaffenbach untersucht — die Werte sollen zeigen, was im Abwasser wirklich steckt.  © dpa-Zentralbild
Anwohner beschweren sich über Geruchsbelästigung rund um die Mineralölraffinerie Baufeld/Puraglobe in Klaffenbach.  © Uwe Meinhold

AfD-Stadträtin Susanne Rasch schimpft: "Man macht mich verantwortlich"

AfD-Stadträtin Susanne Rasch (45) hakt beim Fall Baufeld/Puraglobe seit Monaten nach.  © Ralph Kunz

AfD-Stadträtin Susanne Rasch (45), die das Thema seit Monaten verfolgt, schimpft: "Man macht mich verantwortlich, dass das Baugebiet nicht kommt. Ich mache das nicht für mich, sondern für die Bürger, die mich gewählt haben".

Für sie ist klar: Erst müssten Geruch, Abwasser, Altlasten und mögliche Risiken sauber geklärt werden, bevor nebenan neue Häuser entstehen.

Das Rathaus verteidigt die Standortwahl: "Ansonsten hätten wir die Vorlage nicht eingebracht. Mit der Entscheidung der Stadträte stellen sich weitere Fragen derzeit nicht".

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Nach TAG24-Informationen sollen die 19 Eigenheime in Klaffenbach nach der politischen Sommerpause wieder auf die Tagesordnung kommen.

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