Chemnitz - Chemnitz krempelt die Zwickauer Straße um: Was zunächst nach grauer Förderbürokratie klingt, verändert seit drei Jahren einen ganzen Teil des Chemnitzer Westens. Hinter dem "Fördergebiet Zwickauer Straße" steckt eine groß angelegte Frischekur für das Viertel. Die Stadt will Straßen, Grünflächen und Gebäude gemeinsam entwickeln. Die Idee: Aus der lauten Durchgangsachse wird ein lebendiger Stadtraum.
2022 stellte der Stadtrat dafür die Weichen und erklärte die 68 Hektar große Fläche zum Sanierungsgebiet. Seit 2023 fließt Geld von Stadt, Freistaat, Bund und EU. Nun zieht die Stadt eine erste Zwischenbilanz zum Großumbau.
Acht Maßnahmen sind demnach bereits umgesetzt oder auf den Weg gebracht. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich auch: Ein erheblicher Teil der bisherigen Arbeit bestand aus Planungen, Vorbereitungen und Ankäufen.
Die wirklich großen und für die Chemnitzer sichtbaren Veränderungen stehen noch bevor.
Der verwilderte Rittergutspark in Schönau wird bis 2027 aus seinem Dornröschenschlaf geholt. Die historische Grünfläche rund um den Zinnteich bietet kaum Erholung und ist zugewachsen. Den ersten Schritt hat die Stadt bereits geschafft: Sie ließ den Zinnteich entschlammen. Die weitere Idee: eine Verbindung mit dem Grünzug am Kappelbach.
Zwischen Schillstraße und Am Feldschlößchen bekommt die Zwickauer Straße bis Mitte 2028 ein völlig neues Gesicht. Auf beiden Seiten entstehen Radstreifen, barrierefreie Haltestellen und sichere Übergänge. Einen besonderen Blickfang plant Chemnitz am Straßenbahnmuseum: Dort zieht sich künftig auf rund 130 Metern ein schmales Museumsgleis durch die Fahrbahn.
Historisches Straßenbahn-Depot wird zum Garagen-Campus
Zwei Jahre lang dauerte der Umbau vom historischen Straßenbahn-Depot zum Garagen-Campus. Stadt und CVAG investierten rund acht Millionen Euro, etwa fünf Millionen kamen aus dem Fördertopf für die Zwickauer Straße.
Im Frühjahr öffnete der Garagen-Campus als Veranstaltungszentrum seine Tore. Bereits seit 2024 führt ein barrierefreier Weg von der Haltestelle Am Feldschlößchen direkt auf das Gelände.
Auf dem früheren Fabrik-Gelände trifft seit 2024 Chemnitzer Industriegeschichte auf modernes Arbeiten und Feiern. Rund 15 Millionen Euro kostete der Umbau in den Kreativ-Campus "dieFabrik".
Büros, Wohnungen, Bäckerei, Fitnessstudio, und Sportflächen füllen seitdem die historischen Mauern mit neuem Leben. Die 850 Quadratmeter große Gießereihalle bietet heute bei Events bis zu 1000 Gästen Platz.
Auf einer ehemals ungepflegten Gartenfläche lädt seit Juni 2024 der Spiel- und Rastplatz "Am Feldschlößchen" am Kappelbachradweg zur Pause ein. Ein Unterstand schützt Radler vor Sonne und Regen, Fitnessgeräte bringen Bewegung in die Pause.
Rund 170.000 Euro kostete die Verwandlung. Das Projekt zählt zu den 30 KuHa-Interventionsflächen.