Sie krabbeln wieder durch Chemnitzer Gärten: Stinken Wanzen wirklich?

Chemnitz - Kaum ist das Frühjahr da, krabbeln sie wieder durch die Gärten: die Wanzen. In Deutschland gibt es knapp 1000 verschiedene Arten, darunter auch Stinkwanzen. Aber stinken die wirklich?

Es gibt knapp 1000 Wanzen-Arten in Deutschland, darunter auch die Lederwanze (Foto) und die Stinkwanze.
Es gibt knapp 1000 Wanzen-Arten in Deutschland, darunter auch die Lederwanze (Foto) und die Stinkwanze.  © privat

Was da auf den Fotos durch einen Chemnitzer Garten krabbelt, sind Lederwanzen (Coreus marginatus). Sie haben ihren Namen von der Struktur ihrer Körperoberfläche und der braun-schwarzen Grundfarbe, die lederartig wirkt. Laut NABU werden die Tierchen etwa 16 Millimeter groß.

Die Lederwanzen gehören zu den häufigeren Wanzen-Arten, die vor allem an verschiedenen Ampfer- und Knöterichpflanzen leben. "Sie hält sich hier sehr gerne oben auf den Pflanzen auf, um an den Gefäßen der Pflanzen zu saugen", heißt es beim NABU. Lederwanzen mögen beispielsweise auch Heckensträucher, Stauden, Disteln und Weidenröschen.

Zu den rund 1000 Wanzen-Arten, die in Deutschland vorkommen, gibt es auch noch Rotbeinige Baumwanzen (Pentatoma rufipes) und Grüne Stinkwanzen (Palomena prasina).

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Bei sonnigem Wetter kommen die ersten Wanzen schon im Februar oder März wieder in den Gärten vor.

Stinken Wanzen wirklich?

Wieso kommen Wanzen zu so einem schlechten Ruf als Stinker? Die Tiere kommunizieren stark über Duftstoffe, die wir Menschen meistens als Gestank wahrnehmen.

"So geben die Larven ein Gemeinschafts-Pheromon ab, das zur Bildung großer Gruppen führt. Ein anderer Duftstoff entströmt, wenn Gefahr im Verzug ist, sodass die Larven schleunigst in alle Richtungen davonlaufen", erklären die Nabu-Experten.

Die gute Nachricht ist, dass die Wanzen nicht permanent stinken, sondern eher, wenn sie unter Stress stehen. Der Geruch, den sie verströmen, erinnert dabei an Koriander, allerdings viel intensiver. Das Gute ist: Abgesehen davon, dass die Wanzen ordentlich müffeln können, sind sie vollkommen ungefährlich.

Wenn es im Herbst wieder kühler wird, ziehen sich die Wanzen gern in Wohnungen zurück. Wer die ungebetenen Mitbewohner wieder loswerden will, sollte sie vorsichtig einfangen und in der Natur aussetzen. Aber Vorsicht dabei, um die Ausscheidung des Stinke-Sekrets zu verhindern.

Titelfoto: privat

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