Turn-Weltmeisterin Pauline Schäfer arbeitet hart für Olympia 2028: "Schmerzen gehören dazu"

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Chemnitz - Fast zwei Jahre lang konnte Pauline Schäfer-Betz (29) keinen Wettkampf bestreiten. Jetzt meldete sich die Schwebebalken-Weltmeisterin von 2017 zurück. Die 29-Jährige feierte beim Weltcup in Kroatien ihr Comeback. TAG24 sprach mit der Chemnitzerin.

Erstmals seit Olympia 2024 schwebte Pauline Schäfer (29) beim Weltcup in Kroatien wieder über den Balken.
Erstmals seit Olympia 2024 schwebte Pauline Schäfer (29) beim Weltcup in Kroatien wieder über den Balken.  © DOBRO World Cup Osijek / Marko Banic

TAG24: Mit welchen Gefühlen haben Sie den ersten Wettkampf seit den Olympischen Spielen in Paris 2024 erlebt?

Schäfer: "Es war wahnsinnig schön. Wir sind eine große Turnfamilie. Viele Athletinnen und Athleten kenne ich sehr, sehr lange. Vor dem Wettkampf war ich wahnsinnig aufgeregt. Ich habe hart für diesen Tag gearbeitet. Nach fast zwei Jahren mit vielen Schwierigkeiten und meiner Hüftoperation zurückzukommen, ist keine Selbstverständlichkeit."

TAG24: Die Operation war im Mai 2025. Wie schwer war der Weg zurück?

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Schäfer: "Sehr, sehr schwer. Es war ein kompletter, sehr emotionaler Neuanfang und natürlich auch ein Balanceakt. Denn du weißt nie, ob alles so eintritt, wie du dir das vorstellst. Ich hatte sehr gute Ärzte und Physiotherapeuten. Sie haben sich super um mich gekümmert. Schmerzen habe ich immer wieder mal. Aber die gehören dazu."

TAG24: Wer hat Sie in den schweren Stunden besonders motiviert?

Schäfer: "Definitiv ich selbst. Ich wollte mein Karriereende nicht durch eine Verletzung definieren lassen, sondern selbst bestimmen. Die Entscheidung, weiterzumachen, im Sommer 2028 meine vierten Olympischen Spiele anzupeilen, die eigenen Grenzen auszutesten – das hat mich am meisten motiviert."

Trainerwechsel auch emotionaler Schritt

Sie sind seit vielen Jahren fest liiert: Pauline Schäfer und Fußballprofi Niklas Landgraf, gebürtiger Chemnitzer und aktuell Kapitän beim Halleschen FC.
Sie sind seit vielen Jahren fest liiert: Pauline Schäfer und Fußballprofi Niklas Landgraf, gebürtiger Chemnitzer und aktuell Kapitän beim Halleschen FC.  © privat

TAG24: Im September 2025 gab es den Trainerwechsel von Kay-Uwe Temme zu Tatjana Bachmayer und Anatol Ashurkov. Was waren die Gründe?

Schäfer: "Bei Kay-Uwe habe ich im Sportforum täglich allein in der Männer-Halle trainiert. Das war schon wahnsinnig schwer. Jetzt bin ich in der leistungsstarken Gruppe mit Karina Schönmaier (Doppel-Europameisterin von 2025, Anm. d. R.). Das war der wichtige und richtige Schritt. Ich habe neue Impulse und eine andere Trainingsstruktur bekommen. Tatjana und Anatol sorgen dafür, dass ich nichts überstürze und kein Risiko eingehe. Natürlich war das für mich auch ein emotionaler Schritt. Aber es geht um meinen Beruf, um meine sportlichen Ziele. Die will ich so professionell wie nur möglich weiterverfolgen. Ich starte weiterhin für den KTV Chemnitz. Und das wird auch so bleiben."

TAG24: Wie viele Prozente fehlen Ihnen bis zur Weltspitze?

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Schäfer: "Aktuell bin ich bei 45 Prozent. Ich bin in Kroatien nur am Schwebebalken gestartet. Das war noch nicht mein schwierigstes Programm. Aber darauf bauen wir bis zu den Europameisterschaften im August in Zagreb und die Weltmeisterschaften im Oktober in Rotterdam auf. Dort möchte ich bei 85 Prozent sein. Ausgerichtet ist alles auf das große Ziel LA 2028. Diese Erwartungshaltung habe ich an mich selbst."

Titelfoto: Bildmontage: privat, DOBRO World Cup Osijek / Marko Banic

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