13. Februar in Dresden: Deshalb ist OB Hilbert heute nicht bei Veranstaltungen dabei
Dresden - Im Zeichen des Gedenkens erinnert Dresden am 13. Februar an die Folgen von Diktatur und nationalistischer Gewaltherrschaft - mit Musik, Begegnung und der traditionellen Menschenkette. Verkehrsteilnehmer müssen sich auf Einschränkungen gefasst machen.
Zum 81. Mal jährt sich die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg. Aus diesem Anlass wird es am Freitag ein großes Programm geben.
Um 9 Uhr fand ein stilles Gedenken auf dem Nordfriedhof statt. Parallel dazu wurde eine Gedenkfeier auf dem Altmarkt abgehalten. Es folgte um 13 Uhr ein Gedenken auf dem Dresdner Heidefriedhof, bevor für 17 Uhr ein gemeinsames Bürgersingen vor dem Kulturpalast angesetzt ist.
Höhepunkt wird um 18 Uhr unter Glockenläuten der Dresdner Kirchen der Zusammenschluss der Menschenkette sein. Sie verläuft - unter Sperrung der Wilsdruffer Straße - vom Theaterplatz aus über die Brühlsche Terrasse, entlang der Synagoge, der Frauenkirche, des Neuen Rathauses, um den Altmarkt und über den Postplatz zurück zum Theaterplatz.
Nach einem ökumenischen Friedensgottesdienst um 20.30 Uhr bildet die "Nacht der Stimmen" ab 22 Uhr in der Frauenkirche den Abschluss. Daneben sind für Freitag diverse Mahnwachen aus dem rechten Spektrum angemeldet. Auch werden zwei Gegendemos durch die Stadt ziehen.
TAG24 hält Euch in einem Ticker über den 13. Februar auf dem Laufenden.
13. Februar, 14.35 Uhr: Deshalb ist OB Hilbert heute nicht bei Veranstaltungen dabei
OB Dirk Hilbert (54, FDP) kann am Freitag nicht an den Veranstaltungen zum 13. Februar teilnehmen.
Wie das Rathaus auf Anfrage bestätigte, ist das Stadtoberhaupt kurzfristig krank geworden. An seiner Stelle übernimmt der Erste Bürgermeister Jan Donhauser (56, CDU) die Termine.
Infolge der Erkrankung kann die Eintragung der Partnerstadt-Delegation von Coventry ins Goldene Buch nicht stattfinden. Die Vertreter werden lediglich für eine Führung vom Beigeordneten Stephan Kühn (45, Grüne) im Stadtforum empfangen.
13. Februar, 13.40 Uhr: Kundgebung von Querdenker Marcus Fuchs
Gegen 13 Uhr hielt "Querdenken"-Kopf Marcus Fuchs (41) seine Kundgebung ab.
Die Gruppe "Hope.Fight racism" sorgte für Gegenprotest.
Am Dr.-Külz-Ring hat Neonazi Max Schreiber (38) derweil seine Mahnwache aufbauen lassen.
13. Februar, 13.08 Uhr: Verfassungsschutz sieht hohe Mobilisierungs-Aktivitäten unter jungen Rechtsextremisten
Das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) sieht mit Blick auf den Jahrestag der Bombardierung Dresdens hohe Mobilisierungsaktivitäten unter jungen Rechtsextremisten.
Wie es in einer Mitteilung heißt, beobachtet die Behörde den anhaltenden Trend, dass rechtsextremistische Parteien und Gruppierungen gezielt junge Leute ansprechen. In Netzwerken wie Telegram würden rechtsextremistische Akteure unter dem Schlagwort "Dresden-Gedenken" für ihre Veranstaltungen werben, bei denen sie "das Gedenken an die Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg ganz im Sinne ihrer verfassungsfeindlichen Ideologie vereinnahmen", heißt es.
Weiter erklärt LfV-Präsident Dirk-Martin Christian (64): "Die Mobilisierung in den sozialen Medien für das rechtsextremistische Gedenken belegt einmal mehr die Bedeutung des Zusammenspiels von gezielten Social-Media-Aktivitäten und gemeinsamen Erlebnissen in der 'analogen Welt' für die Verjüngung der rechtsextremistischen Szene." Bereits in den vergangenen zwei Jahren hätten sich unter den Teilnehmern des alljährlichen rechtsextremistischen "Gedenkmarsches" in Dresden viele jüngere Personen befunden.
13. Februar, 10.55 Uhr: Gedenkfeier auf Nordfriedhof mit Sachsens Innenminister
Zeitgleich zur Veranstaltung auf dem Altmarkt sind Menschen auf dem Nordfriedhof zu einem stillen Gedenken zusammengekommen.
Unter den Teilnehmern waren unter anderem der Erste Bürgermeister Jan Donhauser (56, CDU) sowie Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU).
Die Veranstaltung startete mit militärischen Ehren. Im weiteren Verlauf wurde Kränze niedergelegt - unter anderem vom Landtag und der jüdischen Gemeinde.
13. Februar, 9.36 Uhr: Pfarrer mit Rede auf dem Altmarkt - "War ein Urbild des Grauens"
Mit Musik und Redebeiträgen gedachten die ersten Leute des 13. Februars und insbesondere der 6865 Menschen, die auf dem Altmarkt verbrannt wurden.
Ein paar Leute hielten dem regnerischen Wetter stand und kamen am frühen Morgen auf den zentralen Platz.
Dort hielt Albrecht Nollau, der Superintendent der Evangelisch-Lutherischen Laurentiuskirchgemeinde Dresden-Neustadt, eine Rede. Er sagte zu den damaligen Verbrennungen: "Es gibt Bilder, da kann man nicht hinschauen und auch nicht wegschauen. Für mich war das ein Urbild des Grauens und des Krieges." Der Pfarrer betonte, keinen neuen Nationalismus und eine Sortierung von Menschen haben zu wollen, auch wenn es scheint, dass diese Muster weltweit an Macht gewinnen würden.
13. Februar, 7.59 Uhr: Politiker mahnen historisch korrekte Bewertung an
Zwei sächsische Politiker haben im Vorfeld der Veranstaltungen eine historisch korrekte Bewertung der Ereignisse angemahnt.
Geschichte dürfe nicht verkürzt oder instrumentalisiert werden, sagte Sozialministerin Petra Köpping (67, SPD). "Es ist unsere Verantwortung, das Verständnis für die historischen Zusammenhänge lebendig zu halten und für eine demokratische Gesellschaft und den Schutz der Menschenrechte einzutreten."
Kulturministerin Barbara Klepsch (60, CDU) sieht den 13. Februar als wichtigen Anlass, "der Opfer des Krieges und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu gedenken und zugleich den Blick auf die Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu richten".
13. Februar, 7.52 Uhr: Luftangriffe auf Dresden unter Experten umstritten
Die Luftangriffe der Royal Air Force und US Air Force auf Dresden am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach, bei denen rund 25.000 Menschen starben, sind hinsichtlich ihrer Notwendigkeit unter Völkerrechtlern und Historikern umstritten.
Experten sind sich jedoch einig, dass die Bombardements nicht ohne den Kontext des Kriegsverlaufs betrachtet werden können. Der von Deutschland verursachte Krieg war im Februar 1945 auch nach Dresden zurückgekehrt, heißt es immer wieder.
Titelfoto: Norbert Neumann
