Ab heute lockert Sachsen die Corona-Regeln, aber...

Dresden - Einmal kurz durchatmen: Ab dem heutigen Freitag werden die Corona-Regeln in Sachsen gelockert.

Johannes Rohr (32, l.) und Alexander Eichler (33) sehen für das "Makamaka" eher einen Fluch in den neuen Regelungen.
Johannes Rohr (32, l.) und Alexander Eichler (33) sehen für das "Makamaka" eher einen Fluch in den neuen Regelungen.  © Steffen Füssel

Ob Kino, Sport, Theater oder Wellness in allen Varianten - Betreiber öffnen, je nach Branche, mit 2G oder 2G-plus. Trotz der Freude über das lang ersehnte Go vom Freistaat bleibt jedoch auch Frust.

So dürfen körpernahe Dienstleistungen, wie Kosmetikstudios, nur unter 2G öffnen, anders als Friseursalons (3G), die auch Ungeimpfte nutzen dürfen.

"Auch wir benötigen mindestens 3G, um überhaupt existieren zu können. Unsere Kunden machen gerne Tests für dieses Luxusgut", erklärt Karina Terekhova (35), Inhaberin des Kosmetikstudios "Beautiful Moments" in Gruna.

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Die Enttäuschung ist groß. "Ich habe bereits durch die letzte Welle die Hälfte meiner Kunden verloren, zurück kamen nicht viele. Und von denen, die mir jetzt geblieben sind, werden auch noch mal einige wegen 2G wegbrechen. Das kann ich mir auf Dauer nicht leisten", sagt sie besorgt.

"Das ist unsere Lebensgrundlage, ich spreche für alle, wir wollen Fairness."

Restaurants dürfen mit 2G-plus bis 22 Uhr öffnen

Alexander Eichler (33) verweist vor dem Restaurant auf die Maßnahmen. Ohne 2G+ gibt es keinen Einlass.
Alexander Eichler (33) verweist vor dem Restaurant auf die Maßnahmen. Ohne 2G+ gibt es keinen Einlass.  © Steffen Füssel

Für Solarien gilt ebenso 2G. "Wir sind sehr froh, dass wir überhaupt wieder öffnen dürfen - egal unter welchen Bedingungen. Die meisten Kunden erfüllen es", sagt René Platz (41), Inhaber der Sonnenstudio-Kette "Perfect You". Seine Studios öffnen Samstag.

"Es war eine schwere Zeit. Wir mussten Überbrückungshilfen beantragen, Bankgespräche führen, Kurzarbeit anmelden - ohne selbst einen Cent zu verdienen. Und es fehlte nicht nur das Geld, sondern auch die Perspektiven für unsere Mitarbeiter."

Für Restaurants gibt es auch Neuerungen: Sie dürfen mit 2G-plus bis 22 Uhr öffnen. "Es ist aber eher ein Fluch für uns", sagt Alexander Eichler (33) vom Szenerestaurant "Makamaka" in der Neustadt.

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"Wir hatten so schon weniger Gäste. Nun ist die Frage, wie viele sich extra zum Essen testen lassen. Die Gastro, wie wir sie in Dresden kennen, wird so nicht mehr existieren ..."

"Man macht uns umsatzplatt"

René Platz, Inhaber der Sonnenstudiokette "Perfect You" ist optimistisch. Seine Kunden erfüllen fast alle das 2G.
René Platz, Inhaber der Sonnenstudiokette "Perfect You" ist optimistisch. Seine Kunden erfüllen fast alle das 2G.  © Norbert Neumann
Ab jetzt gilt vielerorts das 2G-plus-Modell. Nur noch mit Test darf man teilhaben.
Ab jetzt gilt vielerorts das 2G-plus-Modell. Nur noch mit Test darf man teilhaben.  © Peter Kneffel/dpa
Das Duo, das nun in vielen Einrichtungen zählt: Ein digitaler Impfnachweis allein reicht oft nicht mehr aus, zusätzlich muss ein Test gemacht werden.
Das Duo, das nun in vielen Einrichtungen zählt: Ein digitaler Impfnachweis allein reicht oft nicht mehr aus, zusätzlich muss ein Test gemacht werden.  © Stefan Puchner/dpa
Bis 22 Uhr dürfen Restaurant-Gäste ab Freitag Speisen und Getränke genießen.
Bis 22 Uhr dürfen Restaurant-Gäste ab Freitag Speisen und Getränke genießen.  © dpa/Bernd Thissen
Dresdens Tourismus-Chef Johannes Lohmeyer (57) findet die Umsetzungen in der Hotellerie absurd.
Dresdens Tourismus-Chef Johannes Lohmeyer (57) findet die Umsetzungen in der Hotellerie absurd.  © Thomas Türpe
Hotels dürfen öffnen - aber nur mit 2G+.
Hotels dürfen öffnen - aber nur mit 2G+.  © dpa/Marcus Brandt
Karina Terekhova (35), Inhaberin des Nagel- und Kosmetikstudios "Beautiful Moments", hat bereits sehr viele Kunden verloren.
Karina Terekhova (35), Inhaberin des Nagel- und Kosmetikstudios "Beautiful Moments", hat bereits sehr viele Kunden verloren.  © Eric Münch

Auch für die Hotellerie gilt nun 2G-plus - unabhängig vom Zweck der Übernachtung. "Es ist absurd. Wir haben Unsummen in Hygiene investiert und werden wieder bestraft. Man macht uns umsatzplatt", schimpft Johannes Lohmeyer (57), Chef des Tourismusverbandes Dresden und selbst Hotelier.

"Mit Infektionsschutz hat das nichts mehr zu tun. 3G funktioniert auch in den Hotels sehr gut. Wenn man den Impfdruck aber unbedingt erhöhen will, dann bitte auch im Handel."

Titelfoto: Steffen Füssel

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