Abwärme aus dem TU-Rechenzentrum: Computer-Hitze macht Dresdner Stuben warm

Dresden - Es ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung: SachsenEnergie hat jetzt in Campusnähe drei Großwärmepumpen in Betrieb genommen, die mit der Abwärme des Rechenzentrums der TU gespeist werden.

Das Rechenzentrum der TU Dresden an der Nöthnitzer Straße erzeugt Abwärme.  © Holm Helis

Die Technologie kommt erstmals an der TU Dresden zum Einsatz. Das Prinzip: Die Hochleistungsrechner im Rechenzentrum erzeugen bei Nutzung bis zu 55 Grad heiße Abwärme. Diese nimmt das Kühlwasser der Server auf, das dann zu den Wärmepumpen geleitet wird.

Die entziehen dem Wasser die Abwärme und erhitzen es (mittels Kältemittel und Verdichtung) auf rund 90 Grad. Anschließend wird das Wasser ins Fernwärmenetz eingespeist, was pro Jahr rund 3700 Haushalte versorgen soll.

Da die sonst mit Fernwärme versorgt werden, welche durch das Verbrennen von fossilem Gas produziert wird, sollen die Wärmepumpen rund 2700 Tonnen Kohlenstoffdioxid einsparen oder vermeiden.

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Ein weiterer Vorteil: Die Abwärme des Rechenzentrums ist ganzjährig verfügbar. Bereits zuvor heizte die Abwärme drei Gebäuden ein. Jetzt wird auch der bislang überflüssige Teil, der übers Dach "entlüftet" wurde, nachhaltig genutzt.

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Im Technikhaus mit den drei Wärmepumpen: Maike Heitkamp-Mai (48, TU-Nachhaltigkeitsbeauftragte, v.l.), OB Dirk Hilbert (54, FDP), Oliver Gaber (58, SIB) und SachsenEnergie-Vorstand Axel Cunow (47).  © Holm Helis

Dresden bezieht etwa 45 Prozent seiner Heizwärme aus Fernwärme

Die Server und Computer im Inneren werden bei Nutzung warm.  © Sven Ellger/ TUD

Dresden bezieht etwa 45 Prozent seiner Heizwärme aus Fernwärme. Die neue Anlage leiste etwa ein Prozent dieses Wärmebedarfs, erklärt SachsenEnergie-Vorstand Axel Cunow (47) erfreut. Es sei ein Schritt zur Dekarbonisierung der Fernwärme, viele weitere müssten folgen.

OB Dirk Hilbert (54, FDP) bezeichnet das Projekt als "beispielgebend dafür, wie wir in Dresden unsere Klimaziele erreichen können: mit maßgeschneiderten, innovativen und pragmatischen Lösungen der Partner vor Ort. Diesen Weg zur Dekarbonisierung wollen wir auch weiterhin beschreiten."

Laut TU zeigt sich, wie Wissenschaft und Praxis Hand in Hand gehen, um die Energiewende voranzutreiben. SachsenEnergie investiert für die Anlage rund 4,4 Millionen Euro, davon sind fast die Hälfte Fördermittel des Bundes.

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