Bagger sind schon vor Ort: Werden die Putzi-Villen komplett abgerissen?
Dresden - An den "Putzi-Villen" an der Königsbrücker Straße (Neustadt) haben endlich Arbeiten begonnen. Allerdings nicht für die schon lange erwartete Sanierung.
Schon seit vielen Jahren verfallen die drei leer stehenden Villen auf dem Areal der Dresdner "Dental-Kosmetik", die dort bis heute die DDR-Kultzahncreme "Putzi" herstellt.
Der Eigentümer, die Münchner Argenta-Unternehmensgruppe, hatte angekündigt, die Gebäude ab Herbst vergangenen Jahres sanieren zu wollen. Passiert ist das nicht.
Stattdessen rückten nun Bagger an: Dach und Teile des darunter liegenden Geschosses der Villa (Hausnummer 12) wurden abgerissen. Dabei war der Denkmalschutz erst vor wenigen Monaten auf alle drei Gebäude erweitert worden. Doch die Arbeiten sind mit der Stadt abgestimmt.
Der Teilabriss diene auch der rechtzeitigen Herstellung gesicherter Zustände, wenn im Herbst der Ausbau der Königsbrücker Straße beginnt, erklärt ein Stadtsprecher.
Es gebe kontinuierliche Vor-Ort-Kontrollen. Die neue "Köni" soll etwas näher an die Häuser heranrücken.
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SPD-Stadtrat fordert "originalgetreuen Wiederaufbau des Gebäudes"
"Im Mittelpunkt steht die Herstellung und Sicherstellung der Standsicherheit der vorhandenen Bausubstanz", so Architektin Yana Ilieva von Argenta.
Die Arbeiten sollen bis September abgeschlossen sein und seien Voraussetzung für die Sanierung. Diese könne wegen des Umbaus der Königsbrücker Straße erst danach vollzogen werden, so Ilieva.
Wann alles fertig wird, könne man noch nicht sagen. An der Nutzungsperspektive als Bürostandort werde man festhalten.
"Wir erwarten einen originalgetreuen Wiederaufbau des Gebäudes", kritisierte SPD-Stadtrat Stefan Engel (33) den Teilabriss und beklagte mangelnde Informationen seitens Rathaus und Eigentümer.
Aufmerksamkeit hatten Aktivisten 2020 erregt, die mit einer mehrtägigen Hausbesetzung gegen den Leerstand protestiert hatten. Schließlich räumten SEK-Kräfte die Gebäude.
Titelfoto: Ove Landgraf

