Bande schmuggelte Drogen per Tanklaster

Dresden - Eigentlich überwachten Dresdens Fahnder "nur" ein paar Dresdner Dealer. Doch damit sprengten die Ordnungshüter eine große Drogenbande: Zwei Albaner, ein Russlanddeutscher, ein Spanier und ein Berliner sitzen nun im Landgericht Dresden auf der Anklagebank, weil sie per Tanklaster 650 Kilo Marihuana nach Deutschland geholt haben sollen.

Hektor I. (23) soll die Drogentransporte organisiert haben.
Hektor I. (23) soll die Drogentransporte organisiert haben.  © Thomas Türpe

Urim H. (36) und sein Jugendfreund Hektor I. (23) aus Albanien organisierten laut Anklage die Lieferungen, kümmerten sich um die Finanzen. 

Enrique G. (41) aus Valencia sorgte dafür, dass der umgebaute Tanklaster mit bulgarischen Kennzeichen mit Drogen beladen wurde, fuhr offenbar selber auch den Drogentruck. Anfang 2019 kamen so insgesamt 650 Kilo Marihuana nach Deutschland.

Der Brummi stoppte stets in einem Lager in Königs Wusterhausen, was der geborene Turkmene Sergej B. (45) zur Verfügung stellte. 

Von dort gingen die Drogen per Umzugskisten in Kleintransportern, die Martin K. (45) organisiert haben soll, in eine "Bunkerwohnung" in Charlottenburg oder in ein weiteres Lager. 

Angeheuerte Kuriere brachten das Rauschgift in 5-Kilo-Tranchen nach Dresden, Hannover und Essen. 

Die Dresdner Kuriere (inzwischen alle verurteilt) wurden überwacht und im April 2019 die gesamte Tanklaster-Bande verhaftet.

Urim H. (36) kümmerte sich laut Anklage um die Finanzen.
Urim H. (36) kümmerte sich laut Anklage um die Finanzen.  © Thomas Türpe
Eine Lagerhalle von Sergej B. (45) galt als Umschlagplatz der Drogen.
Eine Lagerhalle von Sergej B. (45) galt als Umschlagplatz der Drogen.  © Thomas Türpe
Der Spanier Enrique G. (41) soll den Drogentruck sogar gefahren haben.
Der Spanier Enrique G. (41) soll den Drogentruck sogar gefahren haben.  © Thomas Türpe
Martin K. (45) sorgte laut Anklage für die Kleintransporter.
Martin K. (45) sorgte laut Anklage für die Kleintransporter.  © Thomas Türpe

Die Kammer hat 20 Verhandlungstage geplant, ehe ein Urteil fallen soll. Die Anwälte monierten zum Auftakt, dass Dresden gar nicht zuständig wäre. Immerhin waren Lager und Festnahmen in Brandenburg und Berlin. Weil sich das Landgericht dennoch für zuständig hält, hagelte es sofort Befangenheitsanträge ... 

Titelfoto: Thomas Türpe

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