Von Erik Töpfer, Malte Kurtz, Nick-Fabrice Vetter, Jakob Anders, Isabel Neumann
Dresden - Die Polizei hat am Mittwochmorgen in Dresden-Friedrichstadt einen bewaffneten Mann (41), den vorbestraften Türken Mehmet Ü., vor einem Netto-Markt niedergeschossen. Zuvor lieferte er sich einen Schusswechsel mit den Beamten und brüllte "Allahu Akbar".
Ein Großaufgebot an Einsatzkräften eilte gegen 8.20 Uhr an den Discounter an der Ecke Menageriestraße/Berliner Straße.
Dort hatten Zeugen einen Mann mit Waffe gemeldet, wie die Polizeidirektion Dresden am Mittwochmorgen zunächst mitteilte. Es handelte sich demnach um eine lebensbedrohliche Lage.
Vor Ort trafen die Beamten den türkischen Staatsbürger Mehmet Ü. an, der mit einem Gewehr im Stile einer "Muskete" bewaffnet war und damit das Feuer auf die Polizisten eröffnete, wie die Polizei dann am Nachmittag ausführte. Zuvor hatte der Tatverdächtige den islamischen Glaubensruf "Allahu Akbar" abgesondert.
Ein Polizeisprecher erklärte gegenüber TAG24, dass der Tatverdächtige einmal mit seinem Gewehr geschossen habe. Polizeibeamte und unbeteiligte Passanten blieben dabei glücklicherweise unverletzt. Die Einsatzkräfte erwiderten daraufhin das Feuer. Wie viele Schüsse den 41-Jährigen trafen, war noch unklar. Er wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht, schwebt jedoch nicht in Lebensgefahr.
Das Tatmotiv ist derzeit noch unklar und Gegenstand der Ermittlungen. Nach TAG24-Informationen saß Mehmet Ü. bereits im Jahr 2013 wegen zweifachen versuchten Mordes für mehr als zehn Jahre im Gefängnis. Die Polizei ermittelt wegen Bedrohung und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Ebenso wird die Rechtmäßigkeit des Dienstwaffengebrauches der Polizeibeamten überprüft.
Augenzeugen berichteten gegenüber TAG24 vor Ort derweil von wilden Szenen!
Schüsse in Dresden: Augenzeugen berichten von wilden Szenen
Augenzeugenberichten zufolge soll der Tatverdächtige infolge des Schusswechsels zu Boden gegangen sein.
TAG24 liegen Bilder vor, wie der Tatverdächtige Mehmet Ü. direkt vor dem Netto-Eingang in einer Blutlache liegt, während Polizeibeamte Deckung hinter einem parkenden Auto suchten. Weitere Bilder zeigen, wie Rettungskräfte den blutüberströmten Mann abtransportierten.
Ein anderer Augenzeuge, ein Bauarbeiter eines Tief- und Straßenbauunternehmens, schilderte, dass der Tatverdächtige bereits vor Eintreffen der Polizei islamische Ausrufe getätigt haben soll: "Er hat 'Allahu Akbar' gerufen, da haben wir uns weggeduckt und sind gerannt."
Schock-Start in den Tag, auch für Moritz H. (26). Er erzählt uns von drei Schüssen, die er hörte, als er gerade in einem Fitnessstudio an der Berliner Straße auf dem Laufband stand: "Die Schüsse kamen aus Richtung Netto. Mir kamen dann zwei Bauarbeiter entgegen, die mit gezückter Waffe bedroht worden sind."
TAG24 hat derweil nähere Informationen zum Tatverdächtigen, war sogar in dessen Wohnhaus!
TAG24 vor Ort: Er soll auf die Polizei geschossen haben!
Der Tatverdächtige soll laut Nachbarn vor rund drei Monaten in die Berliner Straße eingezogen sein. Im Erdgeschoss des Hauses ist ein Fitnessstudio: "Letzte Woche Dienstag hat der an unserer Scheibe gespannt, da hat ihn meine Frau verscheucht", berichtete Fitnesstrainer Vincent Rath (27). Am Folgetag kam er wieder, "drückte seine Nase an die Scheibe."
Rath alarmierte die Polizei: "Der Typ hat uns bedroht, er sei Gottes Krieger und ein Fluch würde über uns kommen." Dann wollte er zuschlagen und die Polizei ging dazwischen. "Angst hatte ich schon, um meine Frau und die Kunden vor allem", so Rath.
Sigrid Heinisch (68) wohnt genau über der Wohnung des Tatverdächtigen, hat vor rund zwei Wochen wegen dessen Ruhestörung die Polizei alarmiert: "Der hat manchmal mitten in der Nacht los gebrüllt, dann immer wieder tagsüber einfach geschrien, klar hatte ich Angst."
Aus dem Schlafzimmerfenster von Frau Heinisch sieht man den verwahrlosten Balkon des Tatverdächtigen: "Der hat immer Reis auf den Balkon geworfen bis ihm die Tauben ins Zimmer flogen."
Erstmeldung vom 15. Juli 2026, 9.34 Uhr; zuletzt aktualisiert 18.41 Uhr.