Nach blutigem Kantinen-Zoff: Duschverbot im Knast

Riesa - Die Tat war gefährlich, die Strafe drakonisch. Denn sie traf die gesamte Station. Weil ein Gefangener in der JVA Zeithain einen Mithäftling mit einem Messer schwer verletzte, setzte es tagelanges Duschverbot für alle.

In der Justizvollzugsanstalt Zeithain kam es zu einem blutigen Zwischenfall mit Folgen für die ganze Station.
In der Justizvollzugsanstalt Zeithain kam es zu einem blutigen Zwischenfall mit Folgen für die ganze Station.  © Eric Münch

Der Vorfall ereignete sich vergangenen Sonntag im Haus C. "Bei der Mittagsausgabe kam zu einer Auseinandersetzung", bestätigte ein Sprecher der Anstaltsleitung auf Anfrage.

Zwei Häftlinge gerieten aneinander, plötzlich war einer am Hals schwer verletzt, musste ins Krankenhaus. Und in der folgenden Nacht noch einmal, weil die genähte Wunde Probleme machte. "Die Ermittlungen zum Anlass dauern noch an."

Umgehend wurden alle anwesenden Häftlinge befragt. Doch nicht nur das: "Zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung in der Anstalt können Einschränkungen angeordnet werden", so die Knastleitung.

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Konkret bedeutete das für 53 Häftlinge auf der Station: Hofgänge, Arbeiten in der Anstalt und Duschgänge waren untersagt. Stubenarrest für die komplette Station.

Zu mehr Erkenntnissen bei den internen Ermittlungen führte das aber nicht. Zwar ist klar, dass es sich nicht um ein "normales" Besteckmesser handelte. Aber: "Es konnte noch nicht abschließend ermittelt werden, welcher Gegenstand zu dieser Verletzung geführt hat", so ein Sprecher.

Und: "Die normalen Abläufe wurden am Dienstagnachmittag wieder hergestellt."

Im Knast herrschte Duschverbot. (Symbolbild)
Im Knast herrschte Duschverbot. (Symbolbild)  © imago/Westend61
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Zu dieser "Normalität" gehört auch, dass das Opfer inzwischen in ein anderes Haus verlegt wurde, der mutmaßliche Täter noch in eine andere Haftanstalt verlegt werden soll.

Titelfoto: Montage: Eric Münch, imago/Westend61

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