Schüsse vor Netto-Markt in Dresden! Das ist der mutmaßliche Schütze
Von Erik Töpfer, Malte Kurtz, Nick-Fabrice Vetter, Jakob Anders
Dresden - Die Polizei hat am Mittwochmorgen in Dresden-Friedrichstadt einen bewaffneten Mann an einem Netto-Markt niedergeschossen! Zuvor soll er sich einen Schusswechsel mit den Beamten geliefert haben.
Ein Großaufgebot an Einsatzkräften eilte gegen 8.20 Uhr an den Discounter an der Ecke Menageriestraße/Berliner Straße.
Dort hatten Zeugen einen Mann mit Waffe gemeldet, wie die Polizeidirektion Dresden am Mittwochmorgen mitteilte. Es handelte sich demnach um eine lebensbedrohliche Lage.
Im Zuge des Einsatzes wurden einer oder womöglich auch mehrere Schüsse aus einer Dienstwaffe abgegeben, wie ein Polizeisprecher gegenüber TAG24 erklärte. Er betonte, dass die Tatumstände noch unklar sind. Ebenfalls muss noch ermittelt werden, ob nur ein Beamter geschossen hat, oder mehrere.
Klar ist bislang, dass der Tatverdächtige eine Schusswaffe dabei gehabt hat. Er wurde im Zuge des Polizeieinsatzes verletzt und festgenommen. Rettungsdienst und Notarzt waren vor Ort.
Augenzeugen berichteten gegenüber TAG24 vor Ort derweil von wilden Szenen!
Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.
- Lokale Nachrichten aus Dresden & Umgebung
- Exklusive Hintergrundberichte
- Jederzeit abbestellbar
Schüsse in Dresden: Augenzeugen berichten von wilden Szenen
Augenzeugenberichten zufolge sollen sich Angreifer und Polizeibeamte einen Schusswechsel geliefert haben, infolgedessen der Tatverdächtige zu Boden gegangen sein soll.
TAG24 liegen Bilder vor, wie der Tatverdächtige, offenbar verwundet, direkt vor dem Netto-Eingang liegt, während Polizeibeamte Deckung hinter einem parkenden Auto suchten.
Doch selbst im Liegen habe er nicht aufgehört, auf die Staatsgewalt zu schießen. Erst nach mehreren Minuten seien die Waffen verstummt und die Polizisten hätten den Mann in seiner Blutlache liegend festgenommen. Bilder zeigen, wie Rettungskräfte den blutüberströmten Mann abtransportierten.
Ein anderer Augenzeuge, ein Bauarbeiter eines Tief- und Straßenbauunternehmens, sagte: "Er hat 'Allahu Akbar' gerufen, da haben wir uns weggeduckt und sind gerannt."
Schock-Start in den Tag, auch für Moritz H. (26). Er erzählt uns von drei Schüssen, die er hörte, als er gerade in einem Fitnessstudio an der Berliner Straße auf dem Laufband stand: "Die Schüsse kamen aus Richtung Netto. Mir kamen dann zwei Bauarbeiter entgegen, die mit gezückter Waffe bedroht worden sind."
Es ist zu betonen, dass das Tatmotiv noch unklar ist. Die Polizei will alsbald weitere Informationen rund um den Einsatz veröffentlichen. Derweil hat TAG24 nähere Informationen zum Tatverdächtigen, war sogar in dessen Wohnhaus!
TAG24 vor Ort: Er soll auf die Polizei geschossen haben!
Der Tatverdächtige soll laut Nachbarn vor rund drei Monaten in die Berliner Straße eingezogen sein. Im Erdgeschoss des Hauses ist ein Fitnessstudio: "Letzte Woche Dienstag hat der an unserer Scheibe gespannt, da hat ihn meine Frau verscheucht", berichtete Fitnesstrainer Vincent Rath (27). Am Folgetag kam er wieder, "drückte seine Nase an die Scheibe."
Rath alarmierte die Polizei: "Der Typ hat uns bedroht, er sei Gottes Krieger und ein Fluch würde über uns kommen." Dann wollte er zuschlagen und die Polizei ging dazwischen. "Angst hatte ich schon, um meine Frau und die Kunden vor allem", so Rath.
Sigrid Heinisch (68) wohnt genau über der Wohnung des Tatverdächtigen, hat vor rund zwei Wochen wegen dessen Ruhestörung die Polizei alarmiert: "Der hat manchmal mitten in der Nacht los gebrüllt, dann immer wieder tagsüber einfach geschrien, klar hatte ich Angst."
Aus dem Schlafzimmerfenster von Frau Heinisch sieht man den verwahrlosten Balkon des Täters: "Der hat immer Reis auf den Balkon geworfen bis ihm die Tauben ins Zimmer flogen."
Erstmeldung vom 15. Juli 2026, 9.34 Uhr. Der Artikel wird fortlaufend aktualisiert.
Titelfoto: Bildmontage: privat, Ove Landgraf, Roland Halkasch

