Sächsische Schweiz: Das Leiden der Bauden-Wirte

Sächsische Schweiz - Strahlender Sonnenschein, vier freie Tage: Normalerweise würden sich die Wirte der Sächsischen Schweiz auf Traumumsätze freuen. Doch in Corona-Zeiten herrscht auf den Gipfeln Totenstille. Die Krise trifft die Bauden-Pächter gleich doppelt.

Michael Dora (51) hofft, seine Brandbaude bald wieder öffnen zu können.
Michael Dora (51) hofft, seine Brandbaude bald wieder öffnen zu können.  © Marko Förster

Als "Balkon der Sächsischen Schweiz" gilt die Terrasse der Brand-Baude, zu Ostern herrscht hier eigentlich Hochbetrieb.

Doch Wirt Michael Dora (51) muss die Küche kalt lassen: "Zu Ostern gar nichts machen, geht eigentlich nicht", sagt er. "Aber die Gaststätte öffnen, dürfen wir nicht - und auch wenn wir einen Imbiss anbieten, darf hier ja niemand hinwandern."

Tatsächlich ist derzeit Sport und Bewegung nur in der Nähe des Wohnorts erlaubt. 

Eine Mitarbeiterin Doras, die etwas aus der Baude holen wollte, wurde erwischt, musste 55 Euro Verwarngeld zahlen. 

Für den Gastronomen wird es kritisch: "Die letzten Gelder habe ich für die Lohnzahlungen aufgebraucht", sagt er. 

Der Bundeszuschuss kam zwar sofort, aber die Anträge auf Kurzarbeitergeld und für das Programm "Sachsen hilft sofort" sind noch nicht bearbeitet: "Ich habe derzeit über 20 000 Euro offene Forderungen", sagt Dora. 

Dabei wären gerade die Ostertage für Bergbauden die Gelegenheit, nach der Winterzeit die Kassen wieder zu füllen.

"Das Ostergeschäft wäre nach dem Winter sehr wichtig gewesen"

Die Pfaffensteinbaude muss wegen der Krise geschlossen bleiben.
Die Pfaffensteinbaude muss wegen der Krise geschlossen bleiben.  © Marko Förster

Ähnlich sieht es auch auf dem Pfaffenstein aus: "Das Ostergeschäft wäre nach dem Winter sehr wichtig gewesen", sagt Wirt Marcus Ziegler (49). "Auch die letzten sonnigen Wochenenden hätten geholfen. Das sind Umsätze, die wir später nicht wieder reinholen können." 

Auch bei Ziegler ist derzeit alles komplett geschlossen, eine Art Straßenverkauf würde sich auf dem Gipfel für ihn nicht lohnen.

Besonders für das Personal eine schwierige Lage: "Wir zahlen in der Sächsischen Schweiz alle über Mindestlohn", sagt Ziegler. "Aber das Kurzarbeitergeld ist dann trotzdem sehr niedrig, und Aufstocken kann man sich als Gastronom nicht leisten." 

Er hofft nun auf einen milden Herbst, damit in dieser Zeit noch Wanderer kommen. In der Brand-Baude setzt Dora zusätzlich auf den Verkauf von Gutscheinen. Ähnlich versuchen auch die Bauden auf dem Papststein und beim Kuhstall durch die Krise zu kommen. 

Titelfoto: Marko Förster

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